Warnstreiks in Frankfurt
Verdi macht Druck im Tarifstreit für Banker

In der Tarifrunde für die Banken erhöht Verdi den Druck: Erneut folgen Hunderte Mitarbeiter dem Aufruf der Gewerkschaft zu Warnstreiks. Für Aufregung sorgt das Thema Samstagsarbeit.
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FrankfurtKurz vor der dritten Tarifrunde für die privaten und öffentlichen Banken hat die Gewerkschaft Verdi am Freitag erneut Hunderte Bankmitarbeiter zu Warnstreiks mobilisiert. „Wir wollen, dass der Arbeitgeber ein Gehaltsangebot macht und von der Forderung, Samstagsarbeit einzuführen, Abstand nimmt“, betonte die Leiterin des Fachbereichs Finanzdienstleistungen von Verdi Hessen, Birgit Braitsch, bei der größten Aktion am Finanzplatz Frankfurt. Proteste gab es laut Verdi auch in Wiesbaden und Mainz.

Die Tarifverhandlungen für die etwa 210.000 Beschäftigten werden am Montag (30.6.) in Wiesbaden fortgesetzt. Verdi fordert für die Beschäftigten einen Sockelbetrag von 100 Euro plus 3,5 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Die Arbeitgeber dringen auf ein Gesamtpaket aus Gehalt und Sachthemen. Hauptknackpunkt: Die Neuregelung der Samstagsarbeit. Einige Institute setzen bereits einen Teil ihrer Mitarbeiter am Wochenende ein. Nun wollen die Arbeitgeber die Möglichkeit schaffen, den Einsatz an Samstagen auf weitere Tätigkeiten auszuweiten. Dies soll aber zunächst auf zehn Prozent der Belegschaft beschränkt sein. Das sei deutlich weniger als in anderen Dienstleistungsbranchen, argumentierten die Arbeitgeber.

„Hände weg vom Samstag“ war bei der Kundgebung in Frankfurt auf vielen Plakaten zu lesen. Das Wochenende müsse als Ausgleich des steigenden Arbeitsdrucks frei bleiben, forderten Demonstranten. Verdi verlangt von den Arbeitgebern, von der Ausweitung der Samstagsarbeit abzurücken. Die Arbeitgeber werfen der Gewerkschaft in diesem Punkt eine „starre Haltung“ vor. Die Banken hätten zu dem Thema bereits substanzielle Kompromissvorschläge gemacht.

„Die Positionen sind noch weit auseinander, aber wir sind bestrebt, gemeinsam zu einer Lösung zu kommen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes des privaten Bankgewerbes (AGV Banken/Berlin), Gerd Benrath, am Freitag auf Anfrage.

An den Protesten am Freitag beteiligten sich nach Verdi-Angaben mehr als 1.500 Beschäftigte zahlreicher Kreditinstitute. In dieser und der vergangenen Woche waren Bankmitarbeiter in mehreren Bundesländern für mehr Geld und ein arbeitsfreies Wochenende auf die Straße gegangen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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