Wasserversorger Mid-Kent Water geht an Finanzinvestor: WestLB verkaufte letzte Beteiligung ihrer Londoner Verlust-Sparte

Wasserversorger Mid-Kent Water geht an Finanzinvestor
WestLB verkaufte letzte Beteiligung ihrer Londoner Verlust-Sparte

Die Düsseldorfer Großbank WestLB hat sich innerhalb eines Jahres aus ihrem hochriskanten und verlustreichen Londoner Beteiligungsgeschäft vollständig zurückgezogen.

HB DÜSSELDORF. Mit dem Wasserversorger Mid-Kent Water sei jetzt die letzte Beteiligung des Londoner Geschäfts „Principal Finance“ verkauft worden, teilte die WestLB AG mit. Die Holdinggesellschaft von Mid-Kent Water, Swan Group plc, sei an australische Finanzinvestoren veräußert worden. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Mit dem Abschluss des unrühmlichen Kapitels „Principal Finance“ will die Bank unbelastet in das wichtige Geschäftsjahr 2005 gehen. Mitte des Jahres fallen wie bei Sparkassen und Landesbanken die Staatsgarantien weg.

Das Geschäftsmodell „Principal Finance“ sah eine Firmenbeteiligung und eine Kreditfinanzierung für das jeweilige Unternehmen vor. Die WestLB AG wollte damit stark von der Entwicklung eines Unternehmens profitieren, ging damit jedoch auch ein deutlich höheres Risiko ein. Umfangreiche Wertberichtigungen von geschätzten 600 Millionen Euro bei dem britischen Fernsehverleiher Boxclever stürzten die WestLB vor zwei Jahren in die tiefste Krise ihrer Bankgeschichte. Durch riskante Auslandsgeschäfte schrieb die Düsseldorfer Großbank in den Jahren 2002 und 2003 Verluste von insgesamt rund 3,6 Milliarden Euro. Die Chefetage der WestLB wurde daraufhin neu besetzt und die Bank stärker auf das Geschäft mit Mittelstandskunden und Sparkassen ausgerichtet.

Vor Mid-Kent Water wurden bereits Anteile an der Gaststättenkette Pubmaster, dem Kinobetreiber Odeon, Boxclever und dem Whisky- Hersteller Whyte & Mackay veräußert. Bei den Verkäufen seien keine zusätzlichen Wertberichtigungen erforderlich gewesen. Die Bank habe wie im Fall Mid-Kent Water insgesamt mit Buchgewinnen abgeschlossen. Das Londoner Geschäft „Principal Finance“ war von der Star-Bankerin Robin Saunders geleitet worden, von der sich die WestLB Ende 2003 trennte. Die Sparkassen im Rheinland und in Westfalen statteten die WestLB AG im Oktober 2004 mit 1,5 Milliarden Euro frischem Kapital aus und besitzen nun gemeinsam die Aktienmehrheit an der Großbank. Das Land Nordrhein-Westfalen ist nur indirekt an der Bank beteiligt.

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