Webseiten lahmgelegt: US-Banken Opfer von iranischen Hacker-Attacken

Webseiten lahmgelegt
US-Banken Opfer von iranischen Hacker-Attacken

Hacker aus dem Iran sollen für den Zusammenbruch von Banken-Webseiten in den USA verantwortlich sein. Bank of America, Citigroup und Wells Fargo sind betroffen. Die Hacker sollen „Clouds“ unter Kontrolle gebracht haben.

Düsseldorf/New YorkUS-Banken sehen sich einer immer größeren Zahl von Hacker-Attacken auf ihre Webseiten ausgesetzt. In den vergangenen Wochen hat auch die Intensität der Angriffe zugenommen. Nach Informationen der „New York Times“ ist der Iran für diese Verschärfung verantwortlich. „In der US-Regierung gibt es keine Zweifel daran, dass der Iran hinter diesen Attacken steckt“, sagte James Lewis, ein ehemaliger Beamter des US-Handelsministeriums und IT-Sicherheitsexperte, der Zeitung.

Seit September sollen die Webseiten der Großbanken Bank of America, Citigroup, Wells Fargo und HSBC und weitere US-Kreditinstitute betroffen gewesen sein. Durch die Attacken wurde das Laden der Banking-Webseiten extrem verlangsamt oder sprunghaft. Im schlimmsten Fall brachen die Onlineseiten zusammen und waren für die Bankkunden nicht mehr erreichbar. Auf Konten hatten es die die Hacker dabei aber wohl nicht abgesehen, den Kunden entstand also kein Schaden.

Um die Webseiten der Banken lahmzulegen, fluten die Hacker die Server mit großen Mengen von Daten – sogenannte Denial-of-Service-Attacken. Unter dieser Last brechen die Server irgendwann zusammen, die Webseiten sind dann nicht mehr erreichbar.

Lewis sagte der „New York Times“, dass die Menge der Daten, mit denen die Banken-Webseiten überflutet worden seien, die der Hacker-Angriffe von Russland aus auf Estland im Jahr 2007 um ein Vielfaches übersteigen würden. Damals wurden Webseiten der estnischen Regierung, von Parteien, Banken, Handynetzbetreibern und Banken über Wochen lahmgelegt. Die Nato und die EU schalteten sich ein.

Um die Attacken auf die US-Banken durchzuführen, nutzen die Hacker Tausende vernetzte Computer. Diese „Clouds“ werden von Amazon, Google und vielen weiteren kleinen Anbietern betrieben. Offenbar haben die Hacker im aktuellen Fall einige „Clouds“ unter ihre Kontrolle gebracht und die Datenmenge dazu genutzt, die Geldhäuser anzugreifen.

Das Geschick und die Raffinesse der Attacken weisen laut Offiziellen der US-Regierung und Sicherheitsexperten auf den Iran hin, berichtet die „New York Times“. Das Können gehe weit über das von Amateuren hinaus. Zudem habe sich zuletzt die Hackergruppe „Izz al-Din al-Qassam Cyber Fighters“ zu den Angriffen bekannt. Für die Gruppe seien die Attacken auf die US-Banken ein Vergeltungsanschlag für ein Video, das den Propheten Mohammed verhöhnt. US-Geheimdienstexperten zufolge sei die Gruppe dem Iran zuzurechnen.

 
Tobias Döring, Redakteur Unternehmen, Handelsblatt Online
Tobias Döring
Handelsblatt / Chef vom Dienst
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