Wechsel zur Deutschen Bank Sparkassen-Finanzgruppe rügt Koch-Weser

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) kritisiert den Wechsel des ehemaligen Finanz-Staatssekretärs Caio Koch-Weser zur Deutschen Bank. Die Kritik des DSGV bezieht sich auf verschiedene Initiativen Koch-Wesers.
  • Frank Matthias Drost

BERLIN. „Für die Sparkassen-Finanzgruppe wird nun klar, warum Koch-Weser bei wesentlichen Fragen des Finanzplatzes Deutschland einseitig agiert hat“, hieß es beim DSGV. Der 61-jährige Koch-Weser soll ab März als Vice Chairman von London aus das Management der Bank beraten und Bank-Chef Josef Ackermann direkt unterstehen.

Die Kritik des DSGV bezieht sich auf verschiedene Initiativen Koch-Wesers. So warb er in seiner Funktion als Staatssekretär im Bundesfinanzministerium Ende 2003 für vermehrte Fusionen auch zwischen den drei Kreditsäulen von privaten Banken, Genossenschaftsbanken und Sparkassen. Zu diesem Zweck sollten sich öffentlich-rechtliche Sparkassen auch „alternativen Rechtsformen“ öffnen. Das Sparkassen-Lager empörte sich damals über diesen Vorstoß. Schließlich war klar, dass eine Öffnung des öffentlich-rechtlichen Bankensektors nur den privaten Banken genutzt hätte, da die Übernahme einer Privatbank durch eine Sparkasse eher nicht die Regel sein dürfte. Damals war die Debatte noch von der Frage geleitet, wie „nationale Champions“ geschaffen werden können. Vor dem Hintergrund des Wechsels Koch-Wesers zur Deutschen Bank sieht der DSGV auch die Interessen der öffentlich-rechtlichen Kreditwirtschaft in Brüssel im Nachhinein nur unzureichend wahrgenommen. Die Verhandlungsführung der Bundesregierung bei der von Brüssel forcierten Abschaffung der staatlichen Garantien wie Anstaltslast und Gewährträgerhaftung sei zu nachsichtig gewesen. Koch-Wesers neue Aufgabe „lässt seine Tätigkeit als Staatssekretär zumindest in einigen Punkten in einem anderen Licht erscheinen“, erklärte der DSGV.

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