Wege aus der Krise: Japans Banken setzen zum Sprung an

Wege aus der Krise
Japans Banken setzen zum Sprung an

Japans Banken haben kaum toxische Papiere gekauft. Das ist ihr Vorteil. Jetzt stoßen sie in bisher unerreichbare Märkte vor. Doch Probleme drohen vor allem bei der Beschaffung von frischem Geld.

TOKIO. Die weltweite Finanzkrise bietet Japans Banken die Möglichkeit, internationaler zu werden und in vorher unerreichbare Märkte vorzustoßen. Weil sie aus den Turbulenzen des vergangenen Herbstes vergleichsweise unbeschädigt hervorgegangen sind, erwarten Experten auch für das neue Jahr keine Insolvenzen. Für die Finanzindustrie kommt es jetzt darauf an, diese Ausgangsbasis optimal zu nutzen. Das Kreditkunden- und das Privatkundengeschäft wachsen bereits.

„Die Kreditvergabe an einheimische Großunternehmen nimmt deutlich zu“, sagt Bankenexperte Keisuke Moriyama von Nomura Securities. Japans Banken haben im Dezember gut vier Prozent mehr Darlehen vergeben als im Vorjahr - der höchste Anstieg seit Jahrzehnten. Unternehmen müssen für Anleihen derzeit hohe Zinsen zahlen. Daher wenden sie sich wieder mehr den Banken zu. Erstmals seit 1993 stieg in den vergangenen zwölf Monaten auch die Zahl der Filialen. Nach einer lange Folge von Fusionen in den 90er-Jahren waren die so entstandenen Megabanken eher damit beschäftigt gewesen, nahe beieinander liegende Filialen zu schließen.

Die größten Probleme drohen jetzt bei der Beschaffung von frischem Geld. Die Mitsubishi UFJ Financial Group (MUFG) hat in den vergangenen Monaten mehrfach versucht, am Anleihemarkt Geld aufzunehmen – jedesmal jedoch nur einen Teil der angestrebten Summe eingenommen. Auch eine Kapitalerhöhung brachte nicht die nötigen Mittel, so dass die Bank nun nur ganz knapp auf die geforderte Eigenkapitalquote von zehn Prozent kommt. Vor allem die Regionalbanken mit schlechteren Ratings leiden unter dem Trend und sind allein deshalb gezwungen, die Kreditvergabe einzuschränken. „Die Einlagen der Kunden auf den Konten werden jetzt immer wichtiger“, sagt Moriyama.

Auf der Einlagenseite stehen die japanischen Banken wiederum sehr stark da. Die Banken haben nur zwischen 70 und 80 Prozent des Geldes weiterverliehen, das die Kunden ihnen anvertraut haben. Bei der Commerzbank liegt der Satz bei 202 Prozent, also deutlich schlechter. Die Deutsche Bank liegt mit 56 Prozent in der Nähe des japanischen Marktführers Mitsubishi UFJ. Fast alle US-Institute kommen über 100 Prozent.

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