Wegen darbender Schifffahrt
HSH Nordbank vor möglichen neuen Staatshilfen

Die HSH Nordbank hat gerade ihren Chef vor die Tür gesetzt, jetzt macht sich die nächste Negativ-Schlagzeile breit. Die Landesbank steht möglicherweise davor, um weitere Staatshilfe zu bitten.
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FrankfurtDie angeschlagene HSH Nordbank braucht Finanzkreisen zufolge möglicherweise weitere Staatshilfe. Das Institut denke darüber nach, die Haupteigner Schleswig-Holstein und Hamburg um eine Ausweitung der Garantien für notleidende Kredite und Wertpapiere von sieben auf zehn Milliarden Euro zu bitten, sagten zwei mit den Überlegungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. "Grund ist die katastrophale Lage der Schifffahrtsbranche, die im dritten Quartal nochmal kräftig zu Buche geschlagen hat", betonte einer der Insider. Die Landesbank im hohen Norden ist ein großer Schiffsfinanzierer. Im zweiten Quartal schrieb sie vor Steuern rote Zahlen. Probleme bereiteten dem Institut, das nach Fehlspekulationen in der Finanzkrise mit staatlicher Milliardenhilfe vor dem Aus gerettet werden musste, auch schlecht laufende Währungsoptionsgeschäfte.

Die Bank selbst äußerte sich nicht zum Stand der Überlegungen. Ein Sprecher bekräftigte lediglich, dass das Institut Möglichkeiten prüfe, die Kapitalquoten zu verbessern, ohne frisches Geld einzuschießen. Über den Stand möglicher Gespräche mit den Anteilseignern werde man sich nicht äußern. Die Regierungen von Schleswig-Holstein und Hamburg hielten sich ebenfalls bedeckt.

Die schleswig-holsteinische Finanzministerin Monika Heinold hatte Ende September im Landtag eine weitere staatliche Unterstützung für die HSH nicht ausgeschlossen. "Und jeder weiß, dass dann eine neue beihilferechtliche Genehmigung der EU erforderlich wäre", sagte sie. Die HSH musste sich wegen der früheren Staatshilfe bereits einem solchen Verfahren in Brüssel stellen. Die Folge: Sie muss zu einer Regionalbank schrumpfen, die Flugzeugfinanzierung und das globale Immobiliengeschäft aufgeben und die Schiffsfinanzierung zurückfahren.

Angesichts der Krise der Bank musste Vorstandschef Paul Lerbinger in dieser Woche seinen Hut nehmen. Zum Nachfolger des Investmentbankers soll nächsten Mittwoch der bisherige Finanzchef Constantin von Oesterreich ernannt werden. Die Lage des Geldhauses muss sich in den vergangenen Wochen verschärft haben. Denn zuvor hatte das Institut noch drei Milliarden Euro der Ländergarantien zurückgegeben. Die Länder springen ein, wenn die Bank in einem bestimmten Kredit- und Wertpapierportfolio Verluste einfährt, die über den vereinbarten Selbstbehalt der Bank von 3,2 Milliarden Euro hinausgehen. Die Wahrscheinlichkeit hierfür könne bald über 50 Prozent steigen, sagte ein Insider. Die Bank selbst hatte eine Inanspruchnahme der Garantie im Halbjahresbericht nicht ausgeschlossen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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