Wegen Kirch-Verfahren Erneute Durchsuchung der Deutschen Bank

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage ist die Konzernzentrale der Deutschen Bank in Frankfurt durchsucht worden. Die Razzia könnte mit der vor einer Woche zusammenhängen.
Update: 20.12.2012 - 16:32 Uhr 33 Kommentare
Die Deutsche Bank schlittert von Skandal zu Skandal. Quelle: dpa

Die Deutsche Bank schlittert von Skandal zu Skandal.

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FrankfurtDie Deutsche Bank ist erneut von der Staatsanwaltschaft durchsucht worden. Nur eine Woche nach der Steuer-Razzia durchforsteten Ermittler die Bankzentrale in Frankfurt am Main am Mittwoch wegen eines möglichen Betrugsversuchs im Kirch-Prozess. Dabei seien Unterlagen sichergestellt worden, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch am Donnerstag in München

Das seit einem Jahr laufende Ermittlungsverfahren richtet sich gegen die früheren Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann und Rolf Breuer, Ex-Aufsichtsratschef Clemens Börsig und den einstigen Personalvorstand Tessen von Heydebreck. Die Münchner Justiz verdächtigt sie, im Schadenersatzprozess der Insolvenzverwalter und Erben des Medienunternehmers Leo Kirch gegen die Deutsche Bank falsch ausgesagt zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte die Deutsche Bank deshalb im November 2011 schon einmal durchsucht.

Das Oberlandesgericht München hatte die Deutsche Bank am vergangenen Freitag grundsätzlich zu Schadenersatz an die Kirch-Erben verurteilt und eine Zahlung zwischen 120 Millionen und 1,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Die Höhe des zu zahlenden Schadenersatzes soll durch Gutachten begründet werden. Die Chancen, das Urteil noch einmal zu wenden, stehen schlecht: Richter Guido Kotschy schloss eine Revision aus.

Steinkraus-Koch erklärte, die Staatsanwaltschaft wolle jetzt feststellen, wie sich die vier Beschuldigten auf ihre Zeugenaussagen vorbereitet hatten und wie sich die Deutsche Bank verhalten habe. Die Staatsanwaltschaft vermute Absprachen untereinander, hieß es aus Bankkreisen.

Das Unheil für die Deutsche Bank im Fall Kirch nahm seinen Lauf, als Breuer 2002 einem Reporter der Agentur Bloomberg ein Interview gab. Ein paar Fragen zur Weltwirtschaft beantwortete er freundlich und beredt. Als der Reporter dann nach der Lage der klammen Firmengruppe von Leo Kirch fragte, verzog Breuer keine Miene.

Alles, was man über den Medienunternehmer hören und lesen könne, sei ja, „dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder gar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen“.

Ein Schluss des Ermittlungsverfahrens ist nicht in Sicht. Der Kreis der Beschuldigten sei unverändert, jetzt würden die Unterlagen ausgewertet, sagte der Staatsanwalt. Die Bank bestätigte die Durchsuchungen. Man sei weiterhin überzeugt, dass sich die Vorwürfe als unbegründet erweisen werden, sagte ein Bank-Sprecher.

Nach einem Vorabbericht der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitagausgabe) hing die Razzia mit der vor einer Woche zusammen. Damals seien Unterlagen beschlagnahmt worden, die auch für den Prozessbetrugsfall bedeutsam seien, meldete das Blatt.

Gut eine Woche nach der Razzia sind alle beschuldigten Mitarbeiter des Konzerns aus der Untersuchungshaft frei. „Die drei noch inhaftierten Beschuldigten werden heute noch entlassen“, sagte der Sprecher der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft, Günter Wittig, am Donnerstag. Der Haftgrund der Verdunklungsgefahr sei entfallen.

Das könnte bedeuten, dass die Ermittler alle Beweise gesichert haben. Denkbar ist auch eine umfassende Aussage des Beschuldigten. Ursprünglich waren gegen fünf Mitarbeiter des Instituts Haftbefehle wegen des Verdachts der Geldwäsche beziehungsweise der versuchten Strafvereitelung ergangen.

 
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33 Kommentare zu "Wegen Kirch-Verfahren: Erneute Durchsuchung der Deutschen Bank"

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  • Wenn das zu viele Polizisten sind, bei den täglichen „spektakulären“ Hausbesuchen vom Staatsanwalt, würde ich vorschlagen beim nächsten Occupy Meeting einfach mal nicht das Bankviertel mit Hilfe der bösen bösen Polizisten abzusperren. Vielleicht merkt die Bankmischpoke dann was.

  • Wer heute immer noch glaubt, es wird jemand bestraft, der ist extrem Naiv!

  • @ das_sind_unglaubliche_WETTEN_...
    Bei solchen Zahlen wäre Insolvenzverschleppung wohl noch das kleinste Übel. Mir kommen dabei eher solche Straftaten wie Schulzgelderpressung, Marktmanipulation, Veruntreuung u. ä. in den Sinn. Dabei wird einem auch klar, warum beim simplen Verleihen von Geld, bei dem der es leiht nichts ankommt und bei dem der es verleiht nichts zurückkommt.
    Kann es sein, dass der Weltuntergang bereits stattgefunden hat?

  • Vielleicht muß die DB doch zerschlagen werden, wenn noch mehr rauskommt:

    DB hat noch viel mehr zu verbergen, wie INSIDER bereits berichteten…

    Die DEUTSCHE BANK hat Ende 2010 DERIVATIVE POSITIONEN im NOMINALWERT von 55.990,6 Mrd. Euro ausgewiesen. In der Bilanz ist davon kaum noch etwas zu sehen, denn deren Summe wird mit 1905,6 Mrd. Euro angegeben. Doch meint die Bank, dass ihre Bilanzsumme in Wahrheit nur 1211 Mrd. Euro betrage, wenn man US-Maßstäbe ansetze.
    Allerdings kann sie sich damit trösten, dass SELBST DAVON NUR 346,2 Mrd. Euro als RISIKOGEWICHTETE AKTIVA klassifiziert werden. UM DIE ABZUSICHERN, hat sie rund 30 Mrd. Euro (Tier-1-Kapital ohne Hybridinstrumente) ZURÜCKGELEGT. Auch im neuen EU-Stresstest ist es nur darum gegangen, OB HIER ein paar läppische Milliarden FEHLEN KÖNNTEN.
    .."
    Das bedeutet, dass nur DB immer noch *UNGEDECKTES CDS-Wettvolumen* von bis 55.000 Mrd Euro (= 100% des WELT-BIP!) schiebt und so ihren Jahresgewinn immer noch fast ausschliesslich über *UNGEDECKTE* Investment-Zockerwetten generiert!
    Das bei bis vor kurzem noch öffentlich benannten Bilanzsumme von bis zu 2.500 Mrd =125% DE-GESAMTSCHULDEN, ACHT (!!!)-fachen DE-BUNDESHAUSHALT oder VIER-fachen EU-GELDUMLAUF-Volumen - nur E I N E BANK!

  • @ Friede-den-Huetten
    Der Erklär-Peer hatte dabei aber auch ein Wörtchen mitzureden. Übrigens halte ich es für besser, sie behalten das “Deutsche“ und werden dafür die „Bank“ los. Damit könnte man wenigstens noch die letzten hier verbliebenen Vermögenswerte retten.

  • @ cybix
    Die Behörden würden schon gerne 5000 Mann schicken, wegen der Einsturzgefahr der Türme traut sich bloß kaum einer mehr dort hin. Warum Banker soviel Geld verdienen, hat übrigens einen anderen Grund. Es dient nämlich der Eigenkapitalbeschaffung, kann man doch mit viel Gehalt auch mehr Aktien oder Anleihen der eigenen Bank kaufen.

  • @ Suenwa
    Meinen Sie das so, wie das World Trade Center in den Dreck gezogen wurde? Wenn ja, dann ist es doch richtig, dass die Behörden vorher noch möglichst viel sicherstellen. Vielleicht betreibt die Steuerfahndung ja Insolvenzverschleppung. Die schleppen jetzt die insolvente Bank zum Finanzamt.

  • Ja und Nein. Die Deutsche Bank ist nicht systemrelevant. Ich habe erst kürzlich ein neues Konzept gesehen, wie eine wirklich systemrelevante Bank aussieht, die da garnix mehr mit Bargeld am Hut hat und letztlich mit der Infrastruktur verschmilzt. Die jeden Betrugsvesuch beim Geld schon im Ansatz erkennt und beim Start bereits mehrere hundert Millionen Kunden weltweit haben wird. Eine richtig "systemrelevante Bank" eben.

  • Natürlich hat sich da der Inder in die Bank eingekauft. Wie sonst kriegt man da was zu sagen? Die evtl. auch vorhandenen guten Leute(?) in der Bank haben eben keine Portokasse, sondern füllen noch den Geldbeutel mit dem Versuch der ehrlichen Arbeit.

  • Alles ist eben relativ!

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