Wegen Libor-Skandal
2,5 Milliarden-Dollar-Strafe für Deutsche Bank

Amerikanische und britische Behörden haben die Deutsche Bank zu einer Milliardenstrafe verdonnert. Dem Institut wird zum Verhängnis, dass Mitarbeiter mehrere wichtige Zinssätze manipuliert haben – mit Unverfrorenheit.
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New York/LondonEs ist offenbar zugegangen wie bei einem Wunschkonzert: „Könnten wir heute einen hohen Sechs-Monats-Libor haben“, fragte ein Händler seinen Kollegen, der an diesem Februartag im Jahr 2005 den Wert für den Referenzzinssatz Libor festlegte. „Sicher, auf welcher Höhe hättest Du ihn denn gern?“, antwortete dieser. Sein Kollege kam sofort mit einem konkreten Vorschlag, den die andere Seite ohne große Diskussionen akzeptierte.

Es sind Dialoge wie diese, mit der Finanzaufseher die Verwicklung der Deutschen Bank in die Affäre um die Manipulation des Libor nachweisen. Das hat dem Geldhaus jetzt eine Rekordstrafe eingebracht. Insgesamt 2,5 Milliarden Dollar (umgerechnet 2,3 Milliarden Euro) muss die Bank zahlen, um die zivilrechtlichen Ermittlungen US-amerikanischer und britischer Finanzaufseher zu beenden. Das gaben die Behörden am Donnerstag bekannt.

Die Aktie der Deutschen Bank lag am Nachmittag zunächst 1,2 Prozent im Minus bei 31,07 Euro, berappelte sich dann aber etwas und notierte um 14.23 Uhr bei 31,33 Euro mit nur noch 0,33 Prozent im Minus.

Das Bußgeld setzt sich aus 800 Millionen Dollar zusammen, die die Bank an die US-Wertpapieraufsicht CFTC überweisen muss. 775 Millionen Dollar gehen an das US-Justizministerium, 600 Millionen Dollar an die oberste New Yorker Finanzaufsicht unter der Führung von Benjamin Lawsky und 340 Millionen Dollar an die britische Behörde FCA.

Die Strafe fällt deutlich höher aus als die Bußgelder der Konkurrenten im Libor-Skandal. Das habe an der mangelnden Kooperationsbereitschaft der Bank mit den Ermittlern gelegen sowie daran, dass Lawsky anders als bei den vergleichsbaren Fällen ebenfalls an dem Vergleich beteiligt gewesen sei, verlautete bereits im Vorfeld aus Finanzkreisen.

Laut DFS muss die Deutsche Bank sechs Londoner Mitarbeiter und einen Beschäftigten in Frankfurt entlassen, so das NYFDS. „Mitarbeiter der Deutschen Bank haben zu ihrem finanziellen Nutzen an einer weit verzweigten Manipulation der Benchmark-Zinssätze teilgenommen“, so der NYDFS-Chef.

Die Deutsche Bank gelobte in einer Stellungnahme Besserung. „Der Vergleich ist ein weiterer Schritt auf unserem Weg, die Vergangenheit aufzuarbeiten und dafür zu sorgen, dass die Bank das Vertrauen der Kunden, Aktionäre und der gesamten Gesellschaft wieder zurückerlangt“, erklärten die beiden Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen. Die Bank habe verantwortliche Mitarbeiter im Handelsbereich bestraft oder entlassen und ihre internen Kontrollen verstärkt. Das Führungsduo betonte allerdings auch, dass kein gegenwärtiges oder ehemaliges Vorstandsmitglied von den Tricksereien wusste.

Insgesamt seien 29 Mitarbeiter der Deutschen Bank an den Vorfällen beteiligt gewesen, teilte die FCA mit. Außerdem beschwerte sich FCA-Direktorin Georgina Philippou, dass die Bank „viel zu lang benötigt habe, um entscheidende Dokumente vorzulegen“. Außerdem habe die Deutsche Bank zu lange gebraucht, um Systeme und Kontrollmechanismen zu verbessern.

Als erste Großbank hatte sich die britische Barclays Mitte 2012 in der Libor-Affäre auf einen Vergleich eingelassen. Die Einigung mit Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien kostete das Geldhaus 290 Millionen Pfund (400 Millionen Euro) - und den damaligen Chef Bob Diamond den Job.

Konkurrenten wie UBS, Royal Bank of Scotland und Lloyds folgten und beendeten die zivilrechtlichen Ermittlungen der Behörden ebenfalls mit einem Vergleich. Bei der niederländischen Rabobank ging das auch mit einem Chefwechsel einher. Piet Moerland kündigte seinen Rücktritt an, als das Institut sich 2013 mit Finanzaufsehern auf gut 700 Millionen Euro Strafe geeinigt hatte.

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Kommentare zu " Wegen Libor-Skandal: 2,5 Milliarden-Dollar-Strafe für Deutsche Bank"

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  • Wann wird diese Bank zerschlagen ? Der Name "Deutsche Bank" ist eine bodenlose Unverschämtheit für eine kriminelle Organisation. Es ist schon klar, dass die BRD eine Veranstaltung der amerikanischen Banken ist, aber so offensichtlich
    ist einfach würdelos für eine besetzte Nation.

  • Earth sometimes could become closer than some Masters of Desasters could think abt...
    Interbankenverkehr - soviel dazu bis jetzt also.

  • Die Deutsche Bank sollte man meiden.
    Keine Konten bei diesen Gangster!!


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