Wegen Libor-Skandal
Verbraucherschützer fordert „Personalentscheidung“ bei Deutscher Bank

An mehrere Behörden in USA und Großbritannien muss die Deutsche Bank 2,3 Milliarden Euro Strafe wegen Zinsmanipulationen zahlen. Deutschlands oberster Verbraucherschützer geht deshalb mit der Bank hart ins Gericht.
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BerlinDeutschlands oberster Verbraucherschützer fordert wegen des Zinsmanipulationsskandals eine Personalentscheidung vom Aufsichtsrat der Deutschen Bank. „Lieber Aufsichtsrat der Deutschen Bank, ist da nicht eine Personalentscheidung fällig?“, schrieb Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesverband, am Donnerstagabend beim Kurznachrichtendienst Twitter.

Müller nahm dabei Bezug auf die von amerikanischen und britischen Behörden am Donnerstag verhängte Milliardenstrafe gegen die Deutsche Bank. Unter anderem hatte das US-Justizministerium Manipulationen am Interbankenzinssatz Libor bestraft. Insgesamt muss die Bank 2,5 Milliarden Dollar zahlen (2,3 Milliarden Euro).

Die Deutsche Bank wies eine Verantwortung der Vorstands von sich. "Für kein gegenwärtiges oder ehemaliges Vorstandsmitglied wurde festgestellt, dass es Kenntnis über das Fehlverhalten im Handelsbereich hatte oder daran beteiligt war", kommentierte die Deutsche Bank die Entscheidung der Behörden.

Verbraucherschützer Müller sieht das anders. Für ihn erklinge die Frage nach Haftung und Verantwortung "noch zu leise". Er hätte gerne "eine Antwort des Aufsichtsrats."

Vor allem Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain war immer wieder wegen des Zinsskandals unter Druck geraten. Er war zur Zeit der Manipulationen als Chef des Investmentbankings tätig - dem Bereich, in dem die Zinssätze manipuliert wurden.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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  • Entweder hat der verantwortliche Vorstand ( was kaum vorstellbar ist ) tatsächlich nichts gewußt, dann hat er seine Organisations- und überwachungspflicht verletzt oder er war im Bilde. Die Konsequenz in beiden Fällen muß daher klar sein.

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