Wegen Milliardenstrafen
JP-Morgan-Chef fühlt sich ungerecht behandelt

Jamie Dimon sitzt trotz einiger Milliardenstrafen fest im Sattel an der Spitze von JP Morgan. Doch der Manager fühlt seine Großbank ungerecht behandelt. Denn die Strafen gingen in vielen Fällen auf zugekaufte Töchter zurück.
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DavosDer Chef von JP Morgan Chase hält die Milliardenstrafen gegen die größte US-Bank für übertrieben. „Ich denke, vieles davon war unfair, aber ich gehe nicht in die Details“, sagte Jamie Dimon in einem am Donnerstag ausgestrahlten Interview mit dem US-Wirtschaftssender CNBC am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Für die meisten Probleme sei nicht JP Morgan selbst verantwortlich gewesen, sondern die in der Finanzkrise übernommenen Rivalen Bear Stearns und Washington Mutual.

JPMorgan hatte im vergangenen Jahr rund 23 Milliarden Dollar (17 Milliarden Euro) für die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten zur Seite gelegt; alleine 13 Milliarden Dollar flossen im Rahmen eines Vergleichs mit den US-Behörden wegen fragwürdiger Hypotheken-Deals. „Ich bin dankbar, dass wir das hinter uns haben“, sagte Dimon. „Das hat das Management und den Verwaltungsrat ziemlich abgelenkt.“

Die Bank habe „zwei schlechte Möglichkeiten“ gehabt, die Sache aus der Welt zu schaffen, sagte Dimon. Am Ende sei es besser gewesen, sich mit der Regierung zu einigen, statt vor Gericht zu ziehen. Ein Prozess hätte Jahre dauern und am Ende noch übler enden können, erklärte der Topbanker. „Es interessiert mich nicht mehr. Das war vergangenes Jahr, ich blicke nach vorne.“ Trotz aller Probleme hatte die Bank 2013 unterm Strich 17,9 Milliarden Dollar verdient.

Unser Dossier zum Weltwirtschaftsforum in Davos finden Sie im Kaufhaus der Weltwirtschaft unter www.kaufhaus.handelsblatt.com.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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