Wegen Nierdigzinsphase
Wüstenrot will heftig sparen

Der Bauspar- und Versicherungskonzern Wüstenrot & Württembergische will seine Kosten in den kommenden Jahren um zehn Prozent reduzieren. Dadurch soll es dem Unternehmen möglich werden, niedrige Zinsen zu verdauen.
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StuttgartDie Sparpläne des Stuttgarter Bauspar- und Versicherungskonzerns Wüstenrot & Württembergische (W&W) nehmen Gestalt an. Mit dem Programm "W&W 2015" sollen die jährlichen Kosten um mindestens 100 Millionen Euro gesenkt werden, bestätigte ein Sprecher am Mittwoch. Das seien knapp zehn Prozent der Kostenbasis. Ab 2016 will W&W von den Einsparungen profitieren. "Ziel dabei ist, die Ertragsentwicklung auch für eine Phase niedriger Zinsen abzusichern", erklärte W&W im Quartalsbericht. Rund 60 Prozent der Einsparungen entfielen auf Personalkosten.

Wie viele der 8500 Stellen beim Bausparkonzern Wüstenrot und der Württembergischen Versicherung dem Sparen zum Opfer fallen, werde jedoch erst Anfang 2013 feststehen, wenn die Verhandlungen mit dem Betriebsrat abgeschlossen sind. Vorstandschef Alexander Erdland kündigte in der Mitarbeiterzeitung an, den Personalabbau sozialverträglich anzugehen. "Gerüchte oder Zahlen nach außen zu tragen, kann die Unsicherheit mehr als nötig erhöhen."

Der Finanzkonzern brauche mehr Eigenkapital, um den künftig erwarteten Anforderungen der Regulierer nachzukommen. Dieses solle aus eigener Kraft - aus dem Gewinn - erwirtschaftet werden. Pläne zur Kürzung der Dividende gebe es nicht, betonte ein Sprecher. W&W hält im laufenden Jahr weiter einen Gewinn von 250 Millionen Euro für möglich. Nach neun Monaten standen 188 (2011: 130) Millionen Euro zu Buche.

Während das Bauspar-Neugeschäft um fünf Prozent auf 11,5 Milliarden Euro wuchs, ging das Volumen in der Baufinanzierung auf 4,1 von 4,5 Milliarden Euro zurück. In der Lebens- und Krankenversicherung legten die Brutto-Beiträge um 3,3 Prozent zu. Die Kfz-Versicherung trieb die Einnahmen in der Schaden- und Unfallversicherung um sieben Prozent nach oben.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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