Wegen Preisverfall
Banken vergeht der Appetit auf Rohstoffe

Goldman Sachs und Morgan Stanley mischen kräftig im Handel mit Kupfer, Kohle oder Öl mit. Doch das Geschäft verliert an Fahrt. Zudem wird der Ruf lauter, die Institute aus dem Handel mit Grundgütern zu verbannen.
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LondonDie zehn größten Investmentbanken der Welt – darunter Goldman Sachs und Morgan Stanley – werden in diesem Jahr mit Rohstoffen rund 14 Prozent weniger Erlöse erzielen. Das geht aus einer Studie des Analyse-Hauses Coalition hervor, welche in dieser Woche veröffentlicht worden ist.

Die Erlöse werden den Angaben zufolge auf 4,7 Milliarden Dollar (3,5 Milliarden Euro) schrumpfen – nachdem sie im vergangenen Jahr noch bei 5,5 Milliarden Dollar gelegen hatten. Schon in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres fielen die Erlöse im Vergleich zum selben Zeitraum 2012 um 18 Prozent auf 4 Milliarden Dollar zurück. Der Leitindex Standard & Poor's GSCI, der die Entwicklung von 24 Rohstoffen abbildet, ist auf dem besten Weg zum ersten Jahresminus seit 2008.

Finanzriesen wie JP Morgan Chase, die größte US-Bank nach Bilanzsumme, erwägen vor diesem Hintergrund, sich aus dem Handel mit einigen Rohstoffen zurückzuziehen. Gleichzeitig stellen US-Abgeordnete die Frage, ob es Banken überhaupt noch erlaubt sein sollte, ein physisches Rohstoffgeschäft zu besitzen.

Nach Angaben der britischen Großbank Barclays fiel das Volumen der verwalteten Rohstoffe zum Ende des dritten Quartals auf insgesamt 343 Milliarden Dollar – verglichen mit immerhin noch 418 Milliarden zu Ende Dezember.

„Die maue Performance bei Investorenprodukten und Strom und Gas hat sich ins dritte Quartal hinein fortgesetzt“, erklärte Coalition. „Bei Öl lagen die Erlöse im Trend des ersten Halbjahres, und Metalle blieben stabil. Aktivitäten zur Lager-Finanzierung waren am robustesten.“

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