Weniger Gewinn
Investmentbanking bremst Hypo-Vereinsbank aus

Gewinneinbruch bei der Hypo-Vereinsbank: Weil das Investmentbanking schlecht läuft, verdient die Unicredit-Tochter im ersten Quartal deutlich weniger. Im Vergleich zur Konkurrenz steht die Bank aber ausgezeichnet da.
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MünchenGegenwind im Investmentbanking und die maue Kreditnachfrage setzen der Hypo-Vereinsbank (HVB) zu. Der Vorsteuergewinn des Münchner Geldhauses brach im ersten Quartal um gut die Hälfte auf 296 Millionen Euro ein. Das Institut habe wegen schwieriger Bedingungen im Firmenkundengeschäft und Investmentbanking Anfang 2014 noch schwächer abgeschnitten als erwartet, räumte HVB-Chef Theodor Weimer am Dienstag ein. Im Gesamtjahr geht die Tochter der italienischen Großbank Unicredit allerdings weiter von einem Vorsteuergewinn aus, der nur leicht unter dem Vorjahreswert von 1,5 Milliarden Euro liegen soll.

Weimer baut das Privatkundengeschäft der HVB derzeit radikal um und will jede zweite der knapp 600 Filialen in Deutschland schließen. Die übrigen Niederlassungen will er aufpeppen, zudem setzt er verstärkt auf Online-Banking und Video-Beratung. Die Verhandlungen mit den Arbeitnehmern über den Abbau sollten bis zur Jahresmitte abgeschlossen werden, sagte Weimer. An der Zahl der Filialschließungen und dem Abbau von rund 1500 Stellen werde es keine grundlegenden Änderungen mehr geben. Bis Ende 2015 solle die Neuausrichtung größtenteils durch sein.

Wegen des Umbaus prüft die HVB auch ihre Beteiligung am Online-Broker DAB, an dem sie gut 80 Prozent hält. „Vor dem Hintergrund dessen, was wir uns im Privatkundengeschäft vorgenommen haben, ist die DAB für uns nicht mehr als strategisch einzustufen“, erklärte der HVB-Chef. Ein Verkauf sei jedoch keine ausgemachte Sache. Er räumte jedoch ein: „Das wäre eine Option.“ Konkurrent Comdirect hat bereits Interesse an einem Kauf signalisiert.

Im Tagesgeschäft hat die HVB vor allem damit zu kämpfen, dass Unternehmen weniger große Kredite und strukturierte Finanzierungen nachfragen. Weimer führt dies auch auf die Ukraine-Krise und die anhaltende Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Euro-Schuldenkrise zurück. Zudem drücken die niedrigen Zinsen auf den HVB-Gewinn, weil höher verzinste Anlagen und Kredite peu a peu auslaufen. Für den Gewinneinbruch waren außerdem Sondereffekte im Vorjahresquartal verantwortlich. Damals spülten ein Immobilienverkauf sowie der Rückkauf von Hybrid-Papieren gut 200 Millionen Euro in die Kasse.

Bedarf für massive Stellenstreichungen im Investmentbanking, wie sie kürzlich die britische Bank Barclays angekündigt hat, sieht Weimer nicht. „Eine Restrukturierung im Investmentbanking steht nicht zur Debatte“. Das Geldhaus habe auf Marktveränderungen früher reagiert als die Konkurrenz und sei im Aktiengeschäft beispielsweise eine Kooperation mit dem Broker Kepler Cheuvreux eingegangen. Ihr Geschäft mit Finanzinvestoren hat die HVB angesichts der verschärften Regulierung bereits 2013 deutlich zurückgefahren.

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