Wepay JP Morgan schlägt bei Fintech zu

Der Bankriese kauft eine Softwarefirma, die vor allem das Geschäft mit kleinen Unternehmen erleichtern soll. Analysten nennen den Kauf „sinnvoll“ - und rechnen mit weiteren ähnlichen Käufen.
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Die größte US-Bank will mithilfe von WePay kleine Unternehmen besser anschließen. Quelle: dpa
JP Morgan

Die größte US-Bank will mithilfe von WePay kleine Unternehmen besser anschließen.

(Foto: dpa)

New YorkJP Morgan hat die Übernahme der Softwarefirma Wepay bekannt gegeben. Damit will die größte US-Bank rund vier Millionen kleine Unternehmen besser in den hauseigenen Zahlungsverkehr integrieren. „Software-Unternehmen werden in der Lage sein, sofort kleine Unternehmenskunden anzuschließen, egal, wie sie Zahlungen entgegennehmen“, heißt es. Wepay, 2008 im Silicon Valley gegründet, bietet also eine Art Brückentechnik an. Hintergrund der Transaktion dürfte sein, dass der traditionelle Zahlungsverkehr in den USA zum Teil archaisch strukturiert ist, es werden sogar noch Schecks eingesetzt.

Über den Preis ist nichts bekannt. Laut „Wall Street Journal“ ist Wepay, nach einer Finanzierungsrunde von 2015 kalkuliert, rund 220 Millionen Dollar wert. Daher gilt der Erwerb als erste größere Investition der Bank im Fintech-Bereich.
Die Analysten von Keefe, Bryuette & Woods (KBW) nennen den Kauf „sinnvoll“ und vergleichen ihn mit dem Erwerb der Zahlungstechnology von MCX vor einigen Monaten, die der Stärkung des bankeigenen mobilen Systems „Chase Pay“ diente. Die Analysten rechnen mit weiteren ähnlichen Käufen in Fällen, wo ein Erwerb günstiger kommt, als die Technik intern zu entwickeln.

Das sind die zehn größten Fintech-Firmen
Platz 10: OurCrowd
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Die Finanzdienstleistungsbranche steht infolge der Digitalisierung im Wettbewerb mit Start-ups aus der Internetwelt. Sieben der 50 erfolgreichsten Fintech-Firmen kommen aus China. Dies geht aus dem Ranking „Fintech 100“ hervor, das die Unternehmensberatung KPMG und die Investmentgesellschaft H2 Ventures für das Jahr 2015 erstellt haben. Doch auch deutsche Unternehmen sind vertreten.

Den Reigen der Top Ten eröffnet demnach OurCrowd, der weltweit führende Wagniskapitalgeber mit Sitz in Jerusalem. Das Unternehmen, das 2013 gegründet wurde, ermöglicht Investoren auf der ganzen Welt den Zugang zu und das Investment in vielversprechende Start-ups. Gründer Hon Medved zufolge haben bislang rund 1.500 Geldgeber insgesamt 170 Millionen Dollar in 80 Technologiefirmen investiert.

Platz 9: Klarna
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Das schwedische Unternehmen Klarna bietet Zahlungslösungen für Onlineshop-Betreiber in 18 Ländern an. Auch in Deutschland ist es möglich über „Klarna“ zu bezahlen. Das im Jahr 2005 gegründete Unternehmen ist derzeit 2,25 Milliarden Dollar wert.

Platz 8: Atom
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Im Jahr 2014 gegründet, hat sich die britische Atom Bank zur Aufgabe gemacht, die Bankenbranche zu verändern. Das Ziel könnte bald erreicht werden: Bereits jetzt wird der Finanzdienstleister mit dem Online-Vermittlungsdienst Uber verglichen, der die Taxibranche aufmischte. Erst kürzlich hat die spanische BBVA 68 Millionen Dollar in das Unternehmen investiert.

Platz 7: Avant
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Der im Jahr 2012 gegründete Finanzdienstleister AvantCredit bietet seinen Kunden Privatdarlehen an. Das Unternehmen konnte im Jahr 2014 Investitionen in Höhe von 75 Millionen Dollar verbuchen.

Platz 6: Kreditech
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Die Aufbauleistung der Kreditech-Gründer ist beachtlich: Sebastian Diemer und Alexander Graubner-Müller haben in nur drei Jahren eines der wenigen deutschen Startups hochgezogen, das auch international wahrgenommen wird. Ende September verkündete das Unternehmen, im Rahmen der dritten Finanzierungsrunde bislang umgerechnet 85 Millionen Dollar eingesammelt zu haben. Das Startup gilt als heißer Börsenkandidat, doch das Geschäftsmodell ist umstritten. Zuletzt räumte Diemer seinen Posten als CEO.

Platz 5: Funding Circle
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Die Internet-Konkurrenz der Banken wächst rasant. Neben der US-amerikanischen Plattform Lending Club zählt Funding Circle zu den bedeutenden internationalen Spielern. Seit Oktober steht fest, dass das Unternehmen zudem den schnell wachsenden deutschen Online-Marktplatz für Unternehmenskredite, Zencap, übernimmt. Funding Circle wurde 2010 gegründet und hat nach eigenen Angaben in fünf Jahren Kredite in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar vermittelt.

Platz 4: Qufenqi
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Die Kreditvergabe-Plattform bietet monatliche Ratenzahlungslösungen für Studenten und Berufstätige in China – und das mit Erfolg. Die meisten Investments in Asien flossen im vergangenen Jahr unter anderem in Qufenqi: 100 Millionen Dollar.

Im Mai hatte die Bank zudem die Zusammenarbeit mit Z-Cash angekündigt. Z-Cash basiert ähnlich wie Bitcoins auf einer so genannten Blockchain, einer dezentralen elektronischen Buchhaltung. Während bei Bitcoins jede Transaktion öffentlich einsehbar ist, wenn auch meist unter Decknamen-Adressen, bietet Z-Cash mehr Anonymität. Die Bank will die Z-Cash-Technik daher in eine hauseigene Blockchain integrieren, die den Kunden, etwa für Wertpapiergeschäfte, angeboten wird.
Über Bitcoins hatte sich JP-Morgan-Chef Jamie Dimon vor einigen Wochen sehr ablehnend geäußert und damit viel Kritik geerntet. Anschließend versprach er, über das Thema den Mund zu halten, hat sich aber nur einen Tag lang daran gehalten.

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