Werbekampagne
Ergo-Chef will Vertrauen zurückgewinnen

Ergo-Chef Torsten Oletzky will die Skandale des Versicherers mit mehr Transparenz und Kundenorientierung vergessen machen. Er hat nun skizziert, wie er den Imageschaden reparierern will.
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Der Versicherer Ergo will Transparenz und Kundenorientierung mehr denn in den Mittelpunkt stellen. Beide Themen seien existenziell für das Unternehmen, sagte Ergo-Chef Torsten Oletzky am Mittwoch bei einer Veranstaltung der US-Handelskammer Amcham in Düsseldorf vor 50 Geschäftsleuten. „Dabei dürfen wir keine Kompromisse machen“, betonte er mit Blick auf die verschiedenen Skandale der jüngsten Zeit. Vertreter des Ergo-Vertriebs HMI hatten 2007 in Budapest eine Sexparty mit Prostituierten gefeiert. Außerdem hatte Ergo einen „gravierenden Fehler“ in Riester-Policen aus dem Jahre 2005 eingeräumt. Davon seien 12.000 Kunden betroffen.

„Wir müssen verloren gegangenes Vertrauen durch vorbildliches Verhalten zurückgewinnen“, betonte Oletzky. Es sei klar, dass durch die verschiedenen Skandale ein Reputationsschaden entstanden sei. Dass jetzt dieses Thema an der Marke Ergo klebe, sei dem Management vollkommen bewusst. „Daher haben wir jetzt viel Arbeit vor uns“, sagte er.

Dazu zählt er eine Fortsetzung der Markenkampagne, die vor einem Jahr gestartet worden war. Deren Ziel beschrieb Oletzky so: „Wir wollten einen Neuanfang des Unternehmens erreichen.“ Dem Versicherer sollte ein modernes Leitbild gegeben werden, dabei sollte natürlich auch das Unternehmen umgebaut werden. Ziel aller Aktionen sei damals schon gewesen: „Kundenorientierung soll bei uns über allem stehen.“ Angesichts dieser Neuorientierung schmerzten die aktuellen Vorwürfe umso stärker. Die Sexparty in Budapest, für die er sich nochmals ausdrücklich entschuldigte, sei peinlich gewesen, aber habe am Ende wenig mit dem Geschäft zu tun gehabt.

Wesentlich bedeutsamer für das langfristige Markenimage seien die Fehler in den Riester-Policen, sagte Oletzky. Weil ein Druckfehler zu spät entdeckt worden sei, sei in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden: Ergo gebe nur zu, was nicht mehr zu leugnen sei. „Das stimmt nicht“, betonte Oletzky. Ihn ärgerten in diesem Zusammenhang zwei Dinge: Erstens dass der Fehler nicht rechtzeitig gefunden worden sei; zweitens gebe es Leute, die an einer Schädigung der Ergo interessiert seien. „Es war nicht der Fall, dass wir Kunden vorsätzlich und bewusst getäuscht haben“, betonte er. Wer durch Zufall den Fehldruck in seiner Police erhalten habe, habe Glück gehabt, denn er werde nun so gestellt, wie es aus dem unterschriebenen Vertrag hervorgehe.

Fehler passierten in Unternehmen, räumte Oletzky ein. Wenn man einen Fehler erkannt habe, müsse man diesen jedoch ohne Zeitverzug beheben. Dass der Fehler 2005 bereits im Unternehmen bekannt gewesen sei, aber dem nicht systematisch nachgegangen worden sei, „darf einfach nicht vorkommen“. Er sei zuversichtlich, dass so etwas wie 2005 nicht mehr vorkommen werde. All die Vorkommnisse der letzen Zeit zeigten ihm, „wie wichtig die Neuorientierung“ der Ergo gewesen sei.   

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