Kwitt: Sparkassen schicken rabiaten Geldboten

Werbekampagne für „Kwitt“
Bot(e) treibt für Sparkassen das Geld ein

Die Sparkassen werben mit einem martialischen Geldeintreiber für eine Bezahl-App. Die Kampagne baut auf einem Facebook-Bot auf, der dabei hilft, individuelle „Drohvideos“ zu erstellen.
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DüsseldorfSo einem Geldeintreiber will niemand gerne begegnen: nackter Oberkörper, kahl geschorener Schädel, überall tätowiert und äußerst brachial. Die Sparkassen schicken einen solchen freundlichen Zeitgenossen in einer neuen viralen Werbekampagne in Aktion.

In einem über Facebook verbreiteten Werbefilm wird ein junger Mann von dem rabiaten Eintreiber verfolgt – und daran „erinnert“, an seinen „Kumpel Patrick“ ganze 2,60 Euro zu zahlen. Doch der Muskelmann will das Geld nicht in bar, sondern erinnert den Schuldner daran, dafür die Funktionen „Kwitt“ der Sparkassen-App zu nutzen.

Für die knapp 400 Sparkassen ist Kwitt eine Neuheit mit erstaunlichem Erfolg. Zwei Monate nach dem Start haben sich 260.000 Kunden für den Service registriert, mit dem sie per Smartphone an andere Smartphones Geld versenden können. „Alle sind stolz, dass wir auch einmal etwas Neues haben“, hatte Joachim Schmalzl, Digitalvorstand des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, zuletzt auf der Handelsblatt Jahrestagung Zukunftsstrategien für Sparkassen und Landesbanken gesagt.

Die jetzt gestartete Werbekampagne setzt auch auf einen „Bot“, eine Software, die automatisiert auf Fragen und Eingaben reagiert. Der in den Facebook-Messenger integrierte „Bote“ hilft den Nutzern dabei, ein individualisiertes Video zu erstellen und das brutale Muskelpaket einem Bekannten auf den Hals zu hetzen.

Innerhalb weniger Stunden kam das Geldbot(e)-Video bei Facebook bereits auf mehr als 700.000 Abrufe und wurde über 1.000 mal geteilt. Bereits in der Vergangenheit hatte die Werbeagentur Jung von Matt für die Sparkassen erfolgreiche Internetkampagnen entworfen – etwa eine in Jugendsprache („Gönn Dir ist einfach“), die solchen Formulierungen zu großer Bekanntheit verhalf.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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