WestFonds
Bad Bank will Tochter verkaufen

Die einst größte deutsche Landesbank, die WestLB, wurde in der Finanzkrise zerschlagen. Doch WestLB-Reste gibt es nach wie vor, auch weil die Bank viele Töchter hatte. Ein Teil soll jetzt verkauft werden.

Frankfurt Die WestLB war lange eine stolze Bank. Das Düsseldorfer Geldhaus war die größte Landesbank, international aktiv. Mit der Finanzkrise kam das Aus. Die Bank verspekulierte sich und musste mit Staatsgeld gerettet werden. Sie wurde daraufhin zerschlagen.

Heute gibt es den Rechtsnachfolger der Bank, Portigon, und die Bad Bank Erste Abwicklungsanstalt (EAA). Die EAA soll die Portfolios mit Wertpapieren der WestLB abbauen – und kommt damit gut voran. Im vergangenen Jahr schrumpfte das Bankbuch auf 36 Milliarden Euro. Immer noch sehr viel Geld, aber das Portfolio war einmal 126 Milliarden Euro schwer.

Geholfen hat dabei auch, dass die EAA im vergangenen Jahr die Immobilienbank WestImmo verkaufte. Jetzt will die Abwicklungsbank die nächste Tochter losschlagen: WestFonds. Das kündigen die beiden WestFonds-Geschäftsführer, Moritz Dimde und Thomas Scheitza, an. „Rund zwei Dutzend Investoren haben sich gemeldet. Wir erwarten Anfang Juni indikative Kaufangebote, und wir hoffen, den Verkauf im dritten Quartal des Jahres schaffen“, sagte Scheitza dem Handelsblatt. WestFonds ist im Wesentlichen Anbieter geschlossener Fonds. Die Gesellschaft managt 17 geschlossene Fonds, zwölf davon investieren in Immobilien.

Das Problem allerdings: Die Immobilien in den Fonds sind vergleichsweise alt, im Schnitt 25 Jahre. Ohnehin kämpft die Branche der geschlossenen Fonds nach Gesetzänderungen und mehr Regeln um ihre Zukunft. So muss heute jeder neue Fonds von der Finanzmarktaufsicht Bafin zugelassen werden, der Fondsemittent ebenso. Die bis dahin wenig regulierten geschlossenen Fonds waren immer wieder mit Pannen und Pleiten aufgefallen. Die Zahl der Anbieter ist gesunken.

Immerhin peilen Dimde und Scheitza, die seit gut zwei Jahren bei WestFonds sind, nach Verlusten für 2016 schwarze Zahlen an. WestFonds war 2013 nach Kritik von Anlegern in die Schlagzeilen geraten. So monierten Investoren, in Schreiben zu manchen Fonds werde der Eindruck erweckt, die Gesellschaften befänden sich in Schieflage. Die Frage war, ob Immobilien falsch – zu niedrig – bewertet worden waren. Auch gab es Zweifel an der Begründung der damaligen Geschäftsführer zu Verkäufen von Immobilien.

Die beiden heutigen Geschäftsführer äußern sich dazu nicht – auch weil sie damals nicht dabei waren. Man arbeite in manchen Fondsgesellschaften mit neuen Sachverständigen, in anderen habe es keinen Wechsel gegeben. Gelingt der Verkauft von WestFonds, ist die EAA eine weitere frühere WestLB-Tochter los. Acht Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise.

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