WestLB-Aufspaltung
Verhandlungen geraten ins Stocken

Die Beteiligten treten bei den Verhandlungen über die Zerschlagung der WestLB trotz Zeitdrucks auf der Stelle. Vor allem die Fragen nach der Verteilung der einzelnen Vermögenswerte bereiten Probleme.
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Düsseldorf/FrankfurtBei der Aufspaltung der WestLB sind Finanzkreisen zufolge trotz wachsenden Zeitdrucks zentrale Fragen ungelöst. Es sei unklar, welche Teile des einstigen Flaggschiffs der Landesbanken an die Helaba gehen und wie diese bewertet werden sollten, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Auch ein Spitzentreffen der Vorstände und Eigner an Pfingsten habe keinen Durchbruch gebracht, hieß es. „Alle Beteiligten versuchen, das jeweils Beste für sich selbst herauszuholen“, sagte einer der Insider. „Das geht nicht wie geschnitten Brot“, ergänzte er mit Blick auf die Verhandlungen. Dabei bleibt nur noch einen Monat Zeit für eine Einigung: Bis Ende Juni muss die WestLB nach einem jahrelangen Streit mit der EU-Kommission um milliardenschwere öffentliche Garantien und Beihilfen zerschlagen werden.

Das Sparkassen-Geschäft der WestLB, die sogenannte Verbundbank, soll nach dem zwischen Eignern, Bund und EU-Kommission ausgehandelten Zerschlagungsplan zum 30. Juni auf die Helaba übertragen werden. Die entsprechenden Verträge seien aber bei weitem nicht in trockenen Tüchern, hieß es in den Kreisen. Hauptstreitpunkte seien trotz bereits seit Monaten andauernder Gespräche die Unternehmensbewertung der Verbundbank-Teile sowie die Regelung der künftigen Zusammenarbeit zwischen der Helaba und den NRW-Sparkassen, hieß es in den Kreisen weiter. Beide Banken wollten sich dazu nicht äußern.

„Wir sprechen laufend miteinander, schließlich wollen wir die gesetzten Termine einhalten“, erklärte der nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans gegenüber Reuters. „Bei der Tragweite, die der WestLB-Umbau hat, ist es aber wichtig, dass wir zu einer richtigen Lösung kommen“, betonte er. Eine an den Verhandlungen beteiligte Person sagte, die Probleme seien nicht überraschend, zumal zahlreiche verschiedene Parteien am Tisch sitzen. „Die Chancen, dass wir uns bis Ende Juni einigen, stehen aber weiter gut.“

Die Helaba soll das Verbundbank-Geschäft mit den Sparkassen mit einem Volumen von 40 bis 45 Milliarden Euro übernehmen. Gut 400 Mitarbeiter der WestLB sollen dann zur Helaba wechseln.

Vermögenswerte der WestLB, die nicht bei der Helaba landen, soll die Erste Abwicklungsanstalt (EAA) in ihre Bücher nehmen. Die Bad Bank war 2009 eingerichtet worden - die WestLB-Resterampe ging mit einem Paket von 77,5 Milliarden Euro an den Start. Nun soll sie neue Vermögenswerte mit einem Volumen von voraussichtlich 100 Milliarden Euro übernehmen - darunter auch den Immobilienfinanzierer WestImmo. Doch auch hier gebe es noch offene Fragen. Ungelöst seien etwa Fragen um das Pfandbriefgeschäft der WestImmo, hieß es - denn diese dürfte, wenn sie einmal bei der EAA gelandet ist, wohl kein Neugeschäft mehr machen. Es gebe in dieser Frage Versuche auch der Bundesregierung, Nachverhandlungen mit der EU-Kommission zu erreichen, hieß es weiter. „Ich habe immer gesagt, dass es eine Schande ist, mit der Westimmo ein funktionierendes Unternehmen vom Markt zu nehmen“, sagte Walter-Borjans. „Jeder, der einen Beitrag zu einer vernünftigen Lösung leistet, ist hochwillkommen“, unterstrich der SPD-Politiker.

Für den eigentlichen WestLB-Nachfolger, den Finanzdienstleister Portigon, muss das Land Nordrhein-Westfalen in die Bresche springen und das Eigenkapital dort um eine Milliarde Euro aufstocken. Portigon soll als Dienstleister für die EAA arbeiten - und möglicherweise auch für andere Bad Banks.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Eine Kooperation mit der Commerzbank könnte helfen?
    Die unrentablen Felder der West LB schließen und gemeinsam mit der Commerzbank in Russland und China investieren. Das traurige Dasein der Commerzbank dürfte bald beendet sein. Der Aktienkurs der Commerzbank ist in der Gegenwart ein Schatten selbst. Und dennoch darf langfristig auf eine deutliche Erholung des Aktienwertes gehofft werden.
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