WestLB-Nachfolger
Portigon schreibt tiefrote Zahlen

Nettoverlust von 357 Milliarden Euro: Portigon rutscht weiter ab. Der neue Chef der WestLB-Nachfolge sieht seine Erwartungen bestätigt. Hauptklient ist noch immer die „Bad Bank“, die Kunden-Aquise läuft schlecht.
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FrankfurtDie seit Monaten laufende radikale Schrumpfkur hat den WestLB-Nachfolger Portigon tief in die roten Zahlen gedrückt. Der Nettoverlust weitete sich im ersten Halbjahr auf 357 Millionen Euro aus, vor einem Jahr hatte das Minus noch bei 80 Millionen gelegen.

Der neue Portigon-Chef Kai Wilhelm Franzmeyer sprach am Donnerstag von einem Ergebnis im Rahmen der Erwartungen. In der Muttergesellschaft seien nun erstmals weniger als 1000 Vollzeitkräfte beschäftigt. Diese Marke war eigentlich erst zum Jahresende angepeilt worden. Auch die Bilanz wurde weiter reduziert.

Portigon gehört dem Land Nordrhein-Westfalen und muss Teile der Erbmasse der einst größten deutschen Landesbank WestLB abwickeln. Zuletzt hatte es einige Rückschläge gegeben: Erst trat im Frühjahr überraschend der langjährige Chef Dietrich Voigtländer ab. Dann wurde im Juni der Verkaufsprozess für die Dienstleistungstochter PFS mit rund 600 Mitarbeitern auf Eis gelegt, weil nach offiziellen Angaben die Marktgegebenheiten nicht passen. Dabei steht das Land eigentlich unter Zeitdruck: Die EU-Kommission fordert einen Verkauf des Dienstleisters bis 2016. Gelingt dies nicht, droht der PFS die Abwicklung.

Die Tochter bietet anderen Instituten Dienstleistungen rund um die Verwertung fauler Kredite an. Die Kunden-Aquise verläuft allerdings schleppend. Hauptklient ist noch immer die „Bad Bank“ Erste Abwicklungsanstalt, die Risikopapiere aus dem Fundus der WestLB verwertet.

„Im Vordergrund steht in den kommenden Monaten zunächst die Optimierung der langfristigen Zusammenarbeit der PFS mit der EAA“, erklärte Franzmeyer nun. Wann der Verkaufsprozess neu gestartet wird, blieb im Halbjahresbericht offen. Eine Rückstellung für den Verwertungserlös, der in Teilen wohl auch an die EAA fließen wird, wurde bereits gebildet - was das Ergebnis ebenfalls belastete.

Auch die staatliche „Bad Bank“ der in der Finanzkrise kollabierten Hypo Real Estate, die FMS Wertmanagement, ist derzeit dabei, ihre Servicetochter zu verkaufen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Der Unterschied zwischen Millionen und Milliarden scheint auch für das Handelsblatt nicht mehr einfach zu sein. Egal, spielt sowieso keine große Rolle mehr.

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