WestLB-Nachfolgerin PFS
Großes Banken-Chaos in NRW

Fusion mit Bad Bank oder Verkauf? Die Zukunft der WestLB-Nachfolgerin PFS ist ungewiss. Der Aufsichtsrat wünscht die Verschmelzung mit der EAA. Doch dort scheinen die Pläne noch nicht angekommen zu sein.
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DüsseldorfDer Zeitplan für die Zukunft der WestLB-Nachfolgerin PFS wackelt. Die Portigon-Dienstleistungstochter sollte per Mitte September mit der milliardenschweren WestLB-Bad-Bank EAA verschmolzen werden, wie Portigon-Aufsichtsratschef Friedhelm Plogmann angekündigt hatte. „Dieser Termin ist mit uns nicht abgestimmt“, sagte am Donnerstag ein Sprecher des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe, der einer der Träger der EAA ist. „Bis zum 15. September wird sich nichts entscheiden“, fügte er hinzu. Die westfälische Sparkassen befänden sich aber mit den EAA-Partnern in konstruktiven Gesprächen über die Zukunft der Portigon Financial Services (PFS).

Am Mittwoch war Portigon-Chef Kai Wilhelm Franzmeyer im Streit mit dem Aufsichtsrat seines Postens enthoben worden. Franzmeyer trat für einen Verkauf der PFS ein. Der Aufsichtsrat wolle aber eine Verschmelzung der PFS mit der WestLB-Bad-Bank EAA, hatte Plogmann den Abgang begründet. Letztere solle zum 15. September erfolgen. Zustimmen müssen aber auch die Träger der EAA. Beteiligt an der Anstalt sind die beiden NRW-Sparkassenverbände mit jeweils etwas über 25 Prozent sowie das Land mit über 48 Prozent.

Die WestLB, einst das Flaggschiff der deutschen Landesbanken, musste nach langem Streit mit der EU-Kommission um öffentliche Beihilfen auf Anordnung der Brüsseler Behörde zerschlagen werden. Portigon, eines der Nachfolge-Institute, liegt im Besitz des Landes NRW und muss Teile der WestLB-Erbmasse abwickeln. Die Servicetochter PFS bietet anderen Banken Dienstleistungen wie die Abwicklung fauler Kredite an. Sie hatte aber nur einen Kunden gefunden – die Erste Abwicklungsanstalt (EAA), die den Löwenanteil des WestLB-Erbes verwertet, unter anderem milliardenschwere Risiko-Papiere. N

RW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans hatte gesagt, ohne die PFS sei die Arbeit der EAA gefährdet, die die WestLB-Milliarden ohne eine weitere Belastung der Steuerzahler abbauen soll. Die EU-Kommission hat für 2016 eine Lösung für die Zukunft der PFS verlangt. Gelingt dies nicht, muss sie abgewickelt werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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