Wettbewerbsbehörden müssen prüfen: Euronext-Chef erwartet langen Kampf um Londoner Börse

Wettbewerbsbehörden müssen prüfen
Euronext-Chef erwartet langen Kampf um Londoner Börse

Nach Ansicht von Euronext-Chef Theodore wird sich die Übernahme der Londoner Börse bis mindestens August hinziehen. Mit weiteren Bietern um die LSE rechnet Theodore indes nicht.

HB LONDON. Der Chef der Vierländerbörse Euronext, Jean Francois Theodore, geht von einem langen Übernahmekampf um die Londoner Börse aus. "Wenn die Angebote zur Prüfung an die EU Kommission weiter geleitet werden, gibt es vor September keine Entscheidung", sagte Theodore dem Handelsblatt in einem Gespräch. Selbst wenn Brüssel nicht eingeschaltet wird, kann das Verfahren "bis August" dauern - wenn es der britischen Wettbewerbsbehörde vorgelegt wird. Die Euronext interessiert sich wie die Deutsche Börse für eine Übernahme der LSE. Beide Seiten haben bislang ihr Interesse bekundet, aber noch kein formales Angebot auf den Tisch gelegt. Das britische Kartellamt prüft derzeit die Angebote. Es muss bis Freitag (im Fall Euronext) und Montag (Deutsche Börse) entscheiden, ob es das Verfahren an die EU weiter leitet.

Theodore erwartet nach jetzigem Stand keine weiteren Interessenten um die LSE. "Die US-Börsen müssen sich momentan mehr um ihr eigenes Geschäft kümmern, als dass sie eine Übernahme starten könnten", sagte der Chef der Kassamärkte in Amsterdam, Brüssel, Lissabon und Paris und der Terminbörse Liffe. In den vergangenen Wochen tauchten immer wieder Gerüchte auf, auch amerikanische Interessenten wie die Chicago Mercantile Exchange könnten sich für die LSE interessieren, um eine Expansion nach Europa zu starten. Auf die Frage, ob die Euronext für eine feindliche Übernahme bereit wäre, wollte Theodore nichts sagen. Er ließ jedoch erkennen, dass er es als einen Fehler ansieht, nicht früher ein Angebot auf den Tisch gelegt zu haben. "Wir haben sie lange umworben. Vielleicht waren wir etwas zu höflich."

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