WGZ Bank und DZ Bank
Warum mich diese Bankenfusion interessieren muss

WGZ und DZ Bank sind vielen kein Begriff – durch eine Fusion werden die Institute zur Nummer drei im Land. Das ist nicht nur für Kunden von Volks- und Raiffeisenbanken, Schwäbisch Hall und R+V Versicherung relevant.
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FrankfurtVier Versuche sind gescheitert. Der fünfte klappt: Die DZ Bank und die WGZ Bank schließen sich zusammen. Details wollen die beiden Geldhäuser, die genossenschaftlich organisiert sind, am Donnerstagmittag verkünden. Fest steht aber, dass die gut 1000 deutschen Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland ein neues Spitzeninstitut bekommen, das sozusagen als Dienstleister für die kleinen Häuser arbeitet.

Wie groß wird die neue Bank sein?
DZ Bank und WGZ Bank kommen zusammen auf eine Bilanzsumme von 501 Milliarden Euro. Fusioniert sind die sie daran gemessen die drittgrößte deutsche Bank – nach der Deutschen Bank und der Commerzbank. Und ganz knapp vor der Staatsbank KfW. Die kam zuletzt auf eine Bilanzsumme von 499 Milliarden Euro. Die Fusion von DZ und WGZ Bank ist auch die größte Bankenfusion in Deutschland seit langem. Der Kauf der Postbank durch die Deutsche Bank 2010 übertrifft den aktuellen Zusammenschluss.

Warum gibt es überhaupt zwei Spitzeninstitute bei den Genossen?
Beide Geldhäuser sind bereits aus Fusionen hervorgegangen – die WGZ Bank mit Sitz in Düsseldorf beispielsweise 1970 aus dem Zusammenschluss von drei kleineren Zentralinstituten. Sie ist die Zentralbank für rund 200 Volks- und Raiffeisenbanken im Rheinland und in Westfalen. Die DZ Bank, die in Frankfurt sitzt und viermal so groß ist wie die WGZ, betreut die übrigen Genossenschaftsbanken in Deutschland. DZ und WGZ Bank haben zudem große Unternehmenskunden, die sich allein oder zusammen mit den Genossenschaftsbanken Kredite geben.

Was bedeutet der Zusammenschluss für Kunden der Volks- und Raiffeisenbanken?
Das neue Spitzeninstitut kommt, so die Hoffnung, besser mit der zunehmenden Regulierung der Bankenwelt zurecht. Die Kosten dafür lassen sich in einer fusionierten Bank womöglich senken. Das wiederum hilft den gut 1000 Genossenschaftsbanken und ihren Millionen Privatkunden – denn diese sind die Eigentümer von WGZ und DZ Bank. Die kleinen Genossenschaftsbanken können auf ein stabiles Spitzeninstitut setzen und vielleicht auf höhere Ausschüttungen als ohne eine Fusion.
Das ist wichtig, weil die kleinen Häuser angesichts der stärkeren Regulierung und der Niedrigzinsen selbst unter Druck stehen. Privatkunden merken bereits, dass viele Institute etwa Gebühren erhöhen – was eine Folge von Niedrigzinsen und strengerer Regulierung ist. Nach eigenen Angaben kommen die genossenschaftlichen Banken auf einen Marktanteil bei privaten Spareinlagen von 24 Prozent. Zum Vergleich: bei Sparkassen liegen bei 36 Prozent.

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  • Ich kenne die Gehaltsstruktur der DZ-Bank nicht, aber die Boni bei den Genossenschaftsbanken halten sich in Grenzen.

  • @ Heinz Keizer: Alles richtig was Sie schreiben. Aber die Mitarbeiter in so einem Laden müssen auch genügsam sein. Die wollen mit Sicherheit auch nicht mind. einen 6-stelligen Bonus im Jahr auf dem Konto haben. Schönen Abend noch.

  • Sicher hat die Verschärfung der Vorschriften die Fusion beschleunigt. Die bisherigen Versuche scheiterten aus unterschiedlichen Gründen, teilweise an den Vorständen. Es ist sicher sinnvoll, dass die Genossenschaftsbanken nur ein Zentralinstitut haben. Sicher haben wir noch zu viele Banken in Deutschland, was auf die Ertragslage negativ durchschlägt. Wenn die Zinsmarge wegbricht, muß über Kostensenkung ein Gegengewicht geschaffen werden. Die Genossenschaftsbanken sind stark im Baufinanzierungsgeschäft mit Privatkunden und im Firmenkundengeschäft mit Klein- und Mittelbetriebe. Im Firmenkundengeschäft sind die Margen noch höher und das Risiko kann gestreut werden. Retailbanking mag langweilig sein, bei Ausfällen kommt es aber zu keinem so großen Schaden, dass der Steuerzahler haften muß. Dieses Risiko ist eindeutig in der Finanzindustrie größer.

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