WGZ prüft Klage Banken wollen sich offenbar gegen EU-Abgabe wehren

Mit der EU-Bankenabgabe sollen künftig die Abwicklungskosten für marode Geldhäuser finanziert werden. Die WGZ Bank prüft rechtliche Schritte. „Wir werden in Sippenhaft genommen“, klagt Vorstandschef Hans-Bernd Wolberg.
1 Kommentar
Die Düsseldorfer WGZ Bank protestiert gegen die EU-Bankenabgabe. Quelle: Pressebild
„Schäden der Unverantwortlichen“

Die Düsseldorfer WGZ Bank protestiert gegen die EU-Bankenabgabe.

(Foto: Pressebild)

DüsseldorfDie WGZ Bank will nicht für die Abwicklung maroder europäischer Geldhäuser zahlen und prüft deshalb eine Klage gegen die EU-Bankenabgabe. „Wir sind hier in Sippenhaft genommen worden“, klagte Vorstandschef Hans-Bernd Wolberg am Donnerstag in Düsseldorf. Sein Institut solle für „Schäden der Unverantwortlichen“ zur Kasse gebeten werden. „Wir lassen derzeit prüfen, ob und in welcher Form wir diesem Missstand begegnen können.“

Der ehemalige Vorsitzende der Monopolkommission, Justus Haucap, prüfe in einer Studie, ob die Abgabe den Wettbewerb verzerre. Wenn es Aussichten auf Erfolg gebe, will Wolberg klagen. „Ich schieße erst, wenn ich mich vergewissert habe, dass auch eine Kugel im Lauf ist.“

Die Abgabe für den neuen EU-Abwicklungsfonds belastet die Bilanz der WGZ in den ersten sechs Monaten mit 40 Millionen Euro. Hinzu kommen noch Beiträge an die gruppeneigene Sicherungseinrichtung der Genossenschaftsbanken von knapp 20 Millionen Euro.

Dass die EU-Abgaben irgendwann benutzt werden könnte, um marode Banken irgendwo in Europa abzuwickeln, „verdrießt uns“, sagte Wolberg. Außerdem sei es falsch, dass die Abgabe steuerlich nicht absetzbar ist. Die EU-Bankenabgabe orientiert sich in erster Linie an der Bilanzsumme. Hierzulande werden Geldhäuser mit relativ geringen Risken dabei deutlich stärker zur Kasse gebeten als bisher im Rahmen der deutschen Bankenabgabe. Finanzkreisen zufolge erwägen deshalb auch andere Institute rechtliche Schritte gegen die neuen Regeln. Sie haben diese aber bisher nicht publik gemacht.

Die WGZ Gruppe baute ihren Gewinn in den ersten sechs Monaten allerdings trotz der Abgabe um drei Prozent auf 253 Millionen Euro aus. Die Kernkapitalquote lag bei 13,1 Prozent. Im Geschäftsjahr werde das Institut „in der Nähe des guten Vorjahresergebnisses“ landen, sagte Wolberg. Zu den Plänen für eine Fusion mit dem deutlich größeren Schwesterinstitut DZ Bank hielt er sich bedeckt – es gebe keine Neuigkeiten.

Das sind die gefährlichsten Banken der Welt
Platz 10: Goldman Sachs
1 von 10

Die legendäre US-Investmentbank Goldman Sachs ist nicht so groß, wie sie scheint. Sie kommt beim Score des Office for Financial Research (OFR), das zum US-Finanzministerium gehört, „nur“ auf 2,5 Prozent und damit auf Platz 10. Erstmals hat das OFR auch internationale Banken in die Studie einbezogen. Es untersuchte inwieweit welche Banken systemrelevant sind – und damit „too big to fail“.

Platz 9: Morgan Stanley
2 von 10

Mit Morgen Stanley hat es eine weitere US-Bank unter die 10 wichtigsten Banken geschafft – mit einem Score von 2,6 Prozent. Insgesamt kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass die US-Banken einen relativ hohen Systemanteil haben. Unter den Top 10 Banken befinden sich fünf US-Geldhäuser.

Platz 8: Credit Suisse
3 von 10

Die Studie gewichtete die Banken nach Größe, dem Maß der Verflechtung ins Finanzsystem, der Unersetzlichkeit in einzelnen Märkten, der Komplexität und die internationale Verbreitung. Die Schweizer Großbank erreicht besonders bei der Komplexität eine hohe Punktzahl und damit einen Gesamtscore von 2,6 Prozent.

Platz 7: Bank of America
4 von 10

Und wieder eine US-Bank: Die Bank of America ist gemessen am Eigenkapital die größte Bank der USA. Auch beim Score des Office for Financial Research erhält die Bank viele Punkte für die Größe und kommt auf einen Gesamtscore von 3,0 Prozent. Die Autoren des OFR weisen darauf hin, dass gerade die wichtigeren Banken nicht mehr Eigenkapital haben als die weniger wichtigen. Hier herrscht wohl noch Nachholbedarf.

Platz 6: Barclays
5 von 10

Die britische Großbank Barclays gilt unter anderem als systemrelevant, weil sie sehr komplex aufgestellt ist – in dieser Sparte erhielt die Bank vom OFR die höchste Punktzahl. Ein Ritterschlag ist das nicht: Je komplexer ein Unternehmen, desto gefährlicher ist dessen Pleite, weil die Folgen kaum absehbar sind. Gesamtscore: 3,8 Prozent.

Platz 5: BNP Paribas
6 von 10

Frankreichs systemrelevanteste Bank heißt BNP Paribas. Gemessen am Börsenwert ist BNP Paribas die viertgrößte Bank Europas und auch beim Score des OFR kommt die Bank auf die vorderen Plätze. Mit einem Gesamtscore von 4,1 Prozent ist sie die fünftwichtigste Bank der Welt. Viele Punkte gab es bei der Komplexität und der internationalen Verbreitung.

Platz 4: Deutsche Bank
7 von 10

Deutschlands größte Bank ist laut dem OFR die viertwichtigste Bank des Finanzsystems. Wegen zahlreicher Derivatgeschäfte erhält die Bank viele Punkte für die Komplexität. Und auch in Sachen „Unersetzbarkeit in einzelnen Märkten“ ist die Deutsche Bank besonders wichtig und erreicht bei den Zahlungsaktivitäten weltweit den dritten Platz. Gesamtscore: 4,2 Prozent.

  • rtr
Startseite

Mehr zu: WGZ prüft Klage - Banken wollen sich offenbar gegen EU-Abgabe wehren

1 Kommentar zu "WGZ prüft Klage: Banken wollen sich offenbar gegen EU-Abgabe wehren"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Diesen Vorstoß kann man nur unterstützen. Letztlich geht es darum, wer für welche Entscheidungen einzustehen hat.

    Aber es gibt auch eine Bankenaufsicht, die BAFin und auch noch eine solche in der EZB. Welche Aufgaben wollte man ihnen zuschreiben, wenn die Sicherheit des Gesamtsystems in einer solidarischen Haftung aller begründet sein soll.

    Zum anderen hat die Bundesregierung und der deutsche Bundestag eben erst einer Rekapitalisierung der griechischen Banken über das sogenannte "Hilfspaket" zugestimmt.

    Was soll dann die Haftungsübernahme seitens der WGZ?

    Von außen betrachtet: Nur Zirkus, nur Lobbyismus, nur Korruption!

    Ich bin gespannt, wie diese Posse ausgeht, darf man doch davon ausgehen, dass die Richter nur so entscheiden (dürfen) wie dies staatlicherseits gewollt ist.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%