Widersprüche von Aktionären: Allianz bleibt bei Umbauplänen hart

Widersprüche von Aktionären
Allianz bleibt bei Umbauplänen hart

Trotz Widersprüchen von einzelnen Aktionären will die Allianz ihre Umwandlung in eine Europa-AG rasch umsetzen.

HB MÜNCHEN/FRANKFURT. „Wir sind zuversichtlich, dass der Prozess in der beabsichtigten Form umgesetzt werden kann“, sagte eine Allianz-Sprecherin in München. Bei der Hauptversammlung am Vortag in Düsseldorf hatten einige Aktionäre aus formalen Gründen Widersprüche zu Protokoll gegeben. Diese sind Voraussetzung, um innerhalb von vier Wochen eine Anfechtungsklage einzureichen. Sind Klagen gegen den Beschluss der Hauptversammlung anhängig, kann die Verschmelzung nicht in das Handelsregister eingetragen werden. Die Allianz könnte dann die Eintragung auf dem Weg eines so genannten Freigabeverfahrens betreiben.

„Ich gehe davon aus, dass einige Aktionäre Anfechtungsklage gegen den Verschmelzungsbeschluss erheben werden“, sagte der Düsseldorfer Rechtsanwalt Peter Dreier am Donnerstag Dow Jones Newswires. Dreier hat im Mandanten-Auftrag Widerspruch eingelegt. Er kritisiert, dass viele seiner Fragen etwa nach den erwarteten Synergieeffekten aus der Verschmelzung und der Umwandlung in eine Europäische Gesellschaft sowie mögliche Nachteile aus der neuen Rechtsform nicht beantwortet worden seien.

Die Aktionäre der Allianz hatten in der Nacht zum Donnerstag mit einer Mehrheit von 99,9 Prozent des anwesenden Kapitals der Verschmelzung der italienischen Tochter RAS auf die Allianz zugestimmt. Anschließend wird dann die Allianz AG als erstes deutsches Großunternehmen in eine Societas Europaea (SE) umgewandelt. Damit kann der Konzern sein Auslandsgeschäft mit weniger Bürokratie steuern und Firmen in Europa einfacher übernehmen. Die Eintragung ins Handelsregister solle voraussichtlich im September erfolgen, sagte die Allianz-Sprecherin.

Allianz-Chef Michael Diekmann sagte nach der Zustimmung der Aktionäre, die Verschmelzung mit der italienischen RAS sei ein „Investment in Europa“ für das Unternehmen. „Der wesentliche Teil unserer Umsätze und Gewinne stammt aus unseren europäischen Märkten, ebenso wie die Mehrzahl unserer Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter.“ Mit der neuen, vereinfachten Konzernstruktur wolle die Allianz in diesem Kernmarkt ein „erhebliches Ertrags- und Wachstumspotenzial“ ausschöpfen.

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