Wie gefährlich ist Portugals Krisenbank?
Bei Espirito Santo hilft nicht nur beten

Der portugiesische Finanzkonzern Espirito Santo steckt tief in einer Krise: Zwei Firmen der Gruppe haben Gläubigerschutz beantragt. Doch die gleichnamige Bank könnte überstehen – und sogar ein gutes Investment sein.
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MadridWie die Dominosteine fielen zuletzt die Firmen und Holdings der portugiesischen Gruppe Espirito Santo um: Zuerst beantragte die Espirito Santo International (ESI) Mitte Juli Gläubigerschutz, die im Gefüge der Gruppe ganz oben, direkt unterhalb des von der Familie Espirito Santo besetztem Kontrollgremiums, angesiedelt ist. Nur wenige Tage später tat Rioforte, die zu 100 Prozent von der ESI kontrolliert wird, den gleichen Schritt. Rioforte hält über die Firma Espirito Santo Irmaos 49 Prozent der Espirito Santo Financial Group (ESFG), die Donnerstag als bisher letzte Firma der Gruppe ebenfalls den Gläubigerschutz beantragte.

Fällt nun der komplette Konzern samt der Großbank Banco Espirito Santo (BES) um – und was hieße das für die portugiesische Wirtschaft? Das Vertrauen der Investoren hat die BES immerhin noch: Sie konnte unter anderem Goldman Sachs und den amerikanischen Hedgefonds D.E. Shaw für sich gewinnen, einige Analysten empfehlen auch den Kauf der Aktie. Der Markt fasst wieder Vertrauen.

Sicherlich ist ein gewisser Vertrauensverlust in die portugiesische Wirtschaft nicht auszuschließen, wie Staatspräsident Anibal Cavaco Silva kürzlich warnte: „Wenn einige Bürger, einige Investoren signifikante Verluste durch die Espirito-Santo-Gruppe erleiden, könnten sie Investitionsentscheidungen aufschieben, oder selbst in große Schwierigkeiten geraten“, sagte Cavaco Silva. Die Finanzprobleme der einflussreichen Familie hätten somit zweifellos „Folgen für die Realwirtschaft“.

Bisher ist der Schaden indes begrenzt. Zwar ist die ESFG an der Börse notiert, doch die Aktie ist bereits seit dem 10. Juli vom Handel suspendiert, und die Wirren um die Gruppe Espirito Santo haben den portugiesischen Börsenindex PSI20 nicht davon abgehalten, zwischendurch wieder kräftig anzusteigen.

Eine neue Staatsschuldenkrise, oder auch nur eine Bankenkrise, ist bisher nicht wahrscheinlich. Die Renditen auf zehnjährige portugiesische Staatsanleihen blieben – von der Espirito-Santo-Affäre unberührt – unterhalb der vier Prozent. Auch die übrigen börsennotierten Banken des Landes hielten sich relativ stabil.

Ob das so bleibt, dass hängt vom Schicksal der Banco Espirito Santo (BES) ab. Sie ist nach ESI, Rioforte und ESFG das nächste Glied in der Kette. Die ESFG hält direkt 20 Prozent an der Großbank und ist damit der Hauptaktionär. Doch Experten halten es für relativ unwahrscheinlich, dass die BES ins Schleudern gerät.

Im schlimmsten Fall, wenn alle Schulden der Gruppe Espirito Santo gegenüber BES ausfallen, bräuchte die BES nach Berechnung der japanischen Großbank Nomura rund eine Milliarde Euro an frischem Kapital, um eine Kernkapitalrate nach den Richtlinien von Basel III in Höhe von zehn Prozent zu halten. Zusätzliche Risiken, die das US-Institut Citi mit maximal 1,7 Milliarden Euro beziffert, lauern bei der Tochterbank in Angola.

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Kommentare zu " Wie gefährlich ist Portugals Krisenbank?: Bei Espirito Santo hilft nicht nur beten"

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  • .........warum santo es noch schaffen kann..........

    In dem heimlich still und leise deutsche euros dort hin fliessen.
    Wetten!

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