Yuan-Liberalisierung
Commerzbank will in China wachsen

Das zweitgrößte deutsche Institut sieht Boom bei der Umstellung auf die chinesische Währung Yuan. Nach einer Reform darf die bisher streng kontrollierte Währung auch im Ausland geführt werden.
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PekingAndere Finanzinstitute ziehen derzeit ihr Kapital aus Asien ab, um für weitere Euro-Probleme gewappnet zu sein. Nicht so die Commerzbank. Sie baut gerade jetzt ihr Chinageschäft kräftig aus. „Wir erweitern unsere internationale Position konsequent“, sagt Michael Kotzbauer, Chef der Mittelstandsbank für Asien.

Das Firmenkundengeschäft der Commerzbank in China soll 2012 um 25 bis 30 Prozent wachsen. Im vergangenen Jahr lag lag der Umsatzanstieg bereits über 30 Prozent.

Als besonders profitabel erweist sich dabei das Geschäft mit Chinas Währung, dem Yuan. Die kommunistische Devise war bis vor kurzem noch streng kontrolliert und durfte das Land offiziell nicht verlassen. Doch nach einer Reform lassen sich auch im Ausland Yuan-Konten führen. Das eröffnet neue Geschäftschancen.

Vor einem Jahr hat die Commerzbank entsprechende Produkte ins Programm genommen und verzeichnet seitdem einen dreistelligen Anstieg der Kundenzahl verzeichnet. Die Bank führt Konten in Yuan und wickelt Überweisungen in der chinesischen Währung ab. „Die chinesische Regierung öffnet nach und den Kapitalmarkt“, sagt Kotzbauer.

Asien ist nicht zuletzt dank China bereits der zweitwichtigste Markt für die Commerzbank. Trotz internationaler Finanz- und Wirtschaftskrisen wächst das Land unbeirrt weiter. Eine Mehrheit von Ökonomen erwartet für 2012 ein Wirtschaftswachstum von 8,5 Prozent, die Schätzung der Commerzbank liegt mit 7,5 Prozent etwas darunter. So viel Wachstum bringt weiterhin ein hohe Kreditnachfrage – auch von den deutschen Commerzbank-Kunden vor Ort.

Die Commerzbank will außerdem mehr und mehr chinesische Kunden gewinnen und sieht sich in einer guten Position, um ihnen wertvolle Dienstleistungen anzubieten. Obwohl chinesische und internationale Banken in dem Land bereits alles anbieten, was sich Firmenkunden wünschen könnten, bleiben noch Lücken, die noch nicht völlig abgegrast sind.

Die globale Schwankungen an den Märkten eröffnen hier besondere Chancen, sagt Nick Johnston, Chef der Kapitalmarktsparte Asien mit Sitz in Singapur. Die Commerzbank biete bereits erfolgreich Produkte an, mit denen sich Unternehmen gegen Schwankungen der Rohstoffpreise absichern können. „Wir sehen hier verstärkte Nachfrage nach einigen der komplexeren Techniken, um solche Risiken zu handhaben“, sagt Johnston.

Ein anderes Beispiel einer Dienstleistung für die Chinesen ist die hochkarätige Übernahme eines deutschen Unternehmens durch einen chinesischen Konkurrenten. Die Commerzbank hat dem großen Kfz-Zulieferer Ningbo Huaxiang Electronics dabei geholfen, die Sellner Group zu kaufen, einen Spezialisten für Auto-Innenraumoberflächen.

„Wir waren auf der finanziellen Seite der einzige Berater bei der komplexen Transaktion“, sagt Johnston. Die Fusion habe beiden Seiten geholfen, ihr Geschäft langfristiger auszurichten. Basis sie auch diesmal die starke Verankerung in Deutschland gewesen, mit der die Commerzbank auch weiter in China werben werde, so Kotzbauer.

Finn-Robert Mayer-Kuckuk
Finn Mayer-Kuckuk
Handelsblatt / Korrespondent Peking

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  • Die fleischgewordene Luftblase Blessing verkauft also neue Luftblasen. Diesmal also das ferne China. Das wird die Aktionäre aber so richtig freuen. Es bleibt ein Mysterium warum die mit Herrn Röttgen so resolut auftretende Hauptaktionärin Frau Merkel sich mit Luftblasen so zufrieden gibt.

  • Hinter der COB steht die geballte Kraft der mächtigsten Frau der Welt. Was soll da mit der Geldwäsche und dem Ankauf wertloser Immobilien schief gehen?

  • Franjo Pooth will erfolgreich ins Investmentgeschäft einsteigen. Andere Aussage, selber Kern!

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