Zäher Verkaufsprozess
Ungewissheit belastet WestImmo

Seit Monaten zieht sich der von der EU erzwungene Verkauf des Immobilienfinanzierers WestImmo hin. Das ständige Hin- und Her belastet das Neugeschäft und die Bilanz des Mainzer Unternehmens.
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Frankfurt Die Refinanzierung ist unter den gegebenen Umständen schwer und so musste die Tochter der WestLB ihr Neugeschäft im vergangenen Jahr drastisch zurückfahren: Es erreichte nur noch 3,3 Milliarden Euro nach 6,2 Milliarden im Jahr 2009.

Eine konkrete Prognose für das laufende Jahr wagte die WestImmo am Dienstag nicht. Je eher die Zukunft der Bank geklärt sei, desto stärker könne sie am Aufschwung auf den weltweiten Immobilienmärkten teilhaben, erklärte sie nur.

Die WestLB versucht seit längerem, die WestImmo zu verkaufen. Die bisher gesetzten Fristen der EU verstrichen allerdings, weil der WestLB die Offerten für die Tochter zu niedrig waren. Im Herbst hieß es in Finanzkreisen, die beiden Angebote des Finanzinvestors Apollo und des WestImmo-Rivalen Aareal Bank hätten so weit unter dem Buchwert von etwa 600 Millionen Euro gelegen und seien mit so vielen Bedingungen verknüpft gewesen, dass für die WestLB nur ein "marginaler" Erlös übrig geblieben wäre. Offiziell bestätigt wurden die Namen der Interessenten nie. Mit der bevorstehenden Entscheidung der EU über die Zukunft der WestLB könnte nun aber auch neuer Schwung in die Gespräche über die WestImmo kommen.

Dabei kann die Immobilienbank abermals mit schwarzen Zahlen für sich werben: Der Konzernüberschuss stieg 2010 um 14 Prozent auf 94,8 Millionen Euro. Während das Zinsergebnis um ein Zehntel zulegte, ging das Provisionsergebnis wegen des schwächeren Neugeschäfts deutlich zurück. Die Risikovorsorge für Kreditausfälle erhöhte sich leicht auf 68,1 (Vorjahr: 65,4) Millionen Euro. In der Branche zeigt sich derzeit ein gemischtes Bild: Während die ebenfalls vor einem Verkauf stehende Commerzbank-Tochter Eurohypo ihre Verluste 2010 ausweitete, verdient die Aareal Bank schon wieder glänzend und profitiert von der Schwäche ihrer Konkurrenten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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