Zahlen 2017 Deutsche Bank macht einen Jahresverlust von 500 Millionen Euro

Im dritten Jahr in Folge verbucht die Deutsche Bank einen Verlust: Die US-Steuerreform drückt das Ergebnis für 2017 wie erwartet ins Minus. Die Einnahmen fallen und beim Sparen kommt sie auch nicht wie erwartet voran.
Update: 02.02.2018 - 08:09 Uhr 4 Kommentare

„Der einstige Stolz wird zum Dauerpatienten“

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FrankfurtDie Deutsche Bank macht im Jahr 2017 einen Verlust von 500 Millionen Euro Euro. Das gab das größte deutsche Geldhaus am Freitagmorgen bekannt. Vor Steuern erzielte die Bank einen Gewinn von 1,3 Milliarden Euro. Der Sondereffekt durch die US-Steuerreform drückt die Bank allerdings in die Verlustzone.

Die Bank hatte ihre Aktionäre bereits Anfang Januar davor gewarnt. Ohne die Steuerreform hätte sie nach eigenen Angaben einen Jahresgewinn nach Steuern von etwa 900 Millionen Euro erzielt. Im Vorjahr hatte der Verlust bei 1,4 Milliarden Euro gelegen, im Jahr 2015 sogar bei 6,8 Milliarden Euro.

Vorstandschef Cryan sieht die Bank dennoch „auf einem guten Weg zu nachhaltigem Wachstum und einer höheren Rendite“. Die Bank habe „Fortschritte gemacht“ – beispielsweise käme man beim Zusammenschluss mit der Postbank und dem Teilbörsengang der Vermögensverwaltung DWS gut voran – aber er sei „mit unseren Ergebnissen noch nicht zufrieden“.

Die altbekannten Probleme machten sich jedoch im vierten Quartal erneut bemerkbar. Unterm Strich steht für diesen Zeitraum ein Verlust von 1,3 Milliarden Euro vor Steuern – das war mehr, als die pessimistischsten Analysten erwartet hatten. Nach Steuern lag das Minus bei 2,2 Milliarden Euro – hier wird die Belastung durch die Reform in den USA besonders deutlich. Das Ergebnis sei „allerdings auch von einem ungünstigen Ertragsumfeld an den Kapitalmärkten geprägt“, so die Deutsche Bank.

Besonders im wichtigen Investmentbanking lief es schwach: die Erträge brachen um 16 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro ein. Grund dafür seien die geringen Schwankungen an den Finanzmärkten, weswegen sich Großkunden beim Handel zurückhielten. Im Handel mit Anleihen und Währungen liegt der Rückgang bei 29 Prozent, im Aktienhandel bei 25 Prozent.

Im Gesamtjahr 2017 gingen die Erträge um zwölf Prozent auf 26,4 Milliarden Euro zurück. Dies sei zum Teil durch die Verkäufe von Tochtergesellschaften begründet, etwa der Hua Xia Bank oder der Abbey Life.

Außerdem kündigte die Bank an, dass sie „zu ihrem normalen System der variablen Vergütung zurückgekehrt ist“. Die Boni-Debatte hatte zuletzt für zahlreiche Diskussionen gesorgt. Insbesondere die Chefs der Investmentbank, Marcus Schenck und Garth Ritchie hatten auf eine Aufstockung der Prämien gedrängt.

Cryan hat bei seinem Amtsantritt versprochen, die um Abfindungen, Restrukturierungen, Rechtsrisiken und Abschreibungen auf den Firmenwert bereinigten Kosten bis Ende 2018 auf 22 Milliarden Euro zu drücken. Dieses Ziel hat Cryan nun kassiert: Die Bank plant fortan mit Kosten in Höhe von 23 Milliarden Euro. Das frühere Ziel beinhaltete rund 900 Millionen Euro an Kosteneinsparungen durch Veräußerungen von Geschäften, die sich verzögert hätten oder aufgeschoben würden. Im Jahr 2017 schlugen hier 23,8 Milliarden Euro zu Buche, im Vorjahr waren es 24,7 Milliarden Euro.

Der Druck auf Cryan wird damit immer größer. Die Verdienste des Briten als harter, schonungsloser Sanierer sind unbestritten. Doch mittlerweile mehren sich die Zweifel, ob Cryan noch der richtige Mann ist, um die Bank nach den wichtigen Aufräumarbeiten auf Wachstumskurs zu bringen. Nach seinem Amtsantritt im Sommer 2015 hatte Cryan radikal ausgemistet. Teure juristische Altfälle wurden konsequent beendet, die IT wird auf Vordermann gebracht, die Integration der Postbank in den Konzern läuft.

Außerdem muss die Bank aufgrund von Marktmanipulationen eine Millionenstrafe in den USA zahlen. Eine Aufsichtsbehörde bestrafte falsche Angaben der Bank zur Beeinflussung des Referenzzinssatzes Isdafix.

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4 Kommentare zu "Zahlen 2017: Deutsche Bank macht einen Jahresverlust von 500 Millionen Euro"

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  • Mit ihrer Marktkapitalisierung ist die DB als größte deutsche Bank mittlerweile ein Armutszeugnis im Vergleich zu amerikanischen Banken, deren Marktkapitalisierung einiger mehr als das 10 - fache ausmacht. Nicht ganz unbeteiligt sind daran ja auch Politiker und Medien, die mit Kalkül auf Stimmen oder Stimmung die Banken als Bösewichte schlechthin anprangern. Schade, vor 10 Jahren hatte ich das für unmöglich erachtet.
    Motivation muß bezahlt werden, fehlt die MORAL und die SCHNEID.

  • Deutsche Bank: Der Aktienkurs rast in Richtung Penny Stock! Liegt es an der Strategie, am Management oder doch mal wieder an Marktbedingungen? Und warum sind andere Großbanken einfach erfolgreicher?

  • @Herr Gerd St:
    Investmentbanker entlassen - sehe ich auch so - wer nichts verdient und trotzdem hoch bezahlt werden will, gehört nicht in einen Traditionsgeldhaus!
    Es können nur Gewinne ausgeschüttet werden:
    50 % behält man als Rückstellungen ein
    25 % Dividende an Aktionäre
    25 % Boni an verdiente! Mitarbeiter (Qualifikation ist da unerheblich, wenn sie keine Gewinne erwirtschaften)

  • Als gebeutelter Aktionär der DB hätte ich jeden Grund wieder laut zu schreien.
    Aber man muss fair bleiben. Das die erwirtschafteten Gewinne (in dieser Zeit äußerst schwer) wegschmelzen, hat eben nicht die DB Zu verantworten sondern der Amok laufende Irre in den USA . Dagegen hilft nix.
    Auch die darauf folgenden Anmerkungen, ob Herr Cryan noch der richtige wäre, ist völlig daneben.
    Dieser Mann ist bemüht, aus einem Scherbenhaufen mit kriminellen Aktivitäten so etwas wie eine seriöse Bank wiederherzustellen. Er hat wirklich sehr viel erreicht und natürlich braucht es lange Jahre, um den vorhanden Schrotthaufen wieder auf Vordermann zu bringen.
    Herr Cryan, weiter so, mein Vertrauen haben Sie. Und bitten schmeißen Sie die Aasgeier des Investmentbankings raus. Mit diesen unverschämten Bonusforderungen sind diesese Leute für eine Restrukturierung untragbar.

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