Zahlen für erstes Halbjahr Kunden vertrauen Bank Sarasin weniger Geld an als erhofft

Die auf Vermögensverwaltung spezialisierte Schweizer Bank Sarasin hat ihren Gewinn im ersten Halbjahr dank strenger Kostendisziplin verbessert. Allerdings legten die Kunden weniger frisches Geld an als erwartet.

HB ZÜRICH. Der Reingewinn stieg im ersten Halbjahr um 37 Prozent auf 55,14 Millionen Schweizer Franken (35,51 Millionen Euro), teilte die Bank am Dienstag mit. Dabei verbesserte sich der Betriebsgewinn um 12,8 Prozent auf 231,25 Millionen sfr. Der Geschäftsaufwand erhöhte sich bei einem leichten Personalrückgang um 6,5 Prozent auf 159 Millionen sfr. Daraus ergab sich eine Verbesserung der Cost-Income-Ratio auf 74,2 Prozent von 79,1 Prozent ein Jahr zuvor. Die Eigenkapitalrendite stieg von 9,9 auf 12,3 Prozent.

Beim Gewinn schloss die Bank klar besser ab als Analysten erwartet hatten. Der Neugeldzufluss wurde vom Markt aber als schwach taxiert.

Die Erträge aus dem wichtigsten Ertragspfeiler Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft verbesserten sich um gut 5 Prozent auf 161 Millionen sfr. Deutlich besser fiel auch der Handelsertrag aus.

Doch das Geschäft in der Vermögensverwaltung bleibt der Bank zufolge hart. Zwar stiegen die betreuten Kundenvermögen um gut 7 Prozent seit Ende 2004 auf 57,8 Milliarden sfr. Aber der Anstieg war weitgehend marktbedingt, der Neugeldzufluss sei mit 118 Millionen sfr hinter den Erwartungen zurück geblieben. Die Bank litt dabei auch darunter, dass einige große Privatkunden abgesprungen sind, was mit einem Abfluss von Vermögen im Wert von 51 Millionen sfr verbunden war. Auch bei den Investmentfonds habe ein großer Private Label-Kunde die Bank verlassen.

Mit Blick auf den Rest des Jahres erklärte die Bank lediglich, man sei optimistisch für den weiteren Geschäftsverlauf. Mit gezielten Initiativen solle die Betreuung der Kunden und die Palette der Produkte weiter verbessert werden. Analysten äusserten sich skeptisch, ob die Bank dieses Jahr ihre Ziele beim Neugeldzufluss erreichen könne. Im Jahr 2004 war Sarasin auf einen Gewinn von 102 Millionen sfr gekommen. Darin war ein außerordentlicher Ertrag von 46 Millionen sfr vor Steuern enthalten.

Seit Juli hat Sarasin ihre Aktivitäten in Deutschland ausgebaut und Anfang August wurde Thomas Vonaesch zum neuen Leiter des Schweizer Private Banking-Geschäfts ernannt. Helfen soll auch eine neue Organisationsstruktur. So wurde zum 1. Juli die Anzahl der Geschäftsbereiche auf vier von sieben reduziert und die Leiter der Bereiche sollen mehr Ergebnisverantwortung übernehmen. Peter Merian will nach über elf Jahren an der Spitze der Bank in den Verwaltungsrat wechseln. Ein Nachfolger wird derzeit gesucht.

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