Zahlen fürs dritte Quartal Quartalszahlen

Die neuerlichen Hurrikans in den USA haben die Hannover Rück um die letzte Zuversicht fürs laufende Jahr gebracht. Statt eines Millionengewinns ist der Rückversicherer schon froh, wenn er nicht in die roten Zahlen rutscht. Die Börsianer schlugen die Hände über dem Kopf zusammen.

HB HANNOVER. Neben den Hurricans "Katrina" und "Rita" hätten zwischen Juli und Ende September weitere Katastrophen wie die Flut in der Alpenregion oder mehrere Luftfahrtunfälle für eine "historisch einmalige Großschadenbelastung" gesorgt, teilte das im MDax notierte Unternehmen am Donnerstag in Hannover mit. Die Gewinnprognose für 2005 wurde deshalb erneut gesenkt. 2005 sei nur noch mit einem ausgeglichenen Ergebnis zu rechnen, hieß es. Das bereits gesenkte Ziel hatte bei mindestens 309 Mill. Euro gelegen. Im frühen Handel gab die Aktie der Hannover Rück deutlich nach.

Allein im dritten Quartal sei eine Belastung von 781,4 Mill. Euro entstanden, teilte das Unternehmen mit. Gerechnet auf neun Monate ergebe sich eine Belastung von 893,7 Mill. Euro. Doch auch im Oktober kommen auf den Rückversicherer erneut Schadenszahlungen in dreistelliger Millionenhöhe zu. Die Belastung durch den Hurrican "Wilma" im Oktober taxierte die Hannover Rück auf 150 Mill. Euro.

Allerdings sei künftig eine steigende Nachfrage nach Katastrophen- und Transportrückversicherung zu erwarten. Bei Abschluss neuer Verträge in diesem und im neuen Jahr sei mit steigenden Raten und verbesserten Konditionen in fast allen Sparten der Schaden-Rückversicherung zu rechnen.

Im dritten Quartal fiel ein operativer Verlust von 283 Mill. Euro an nach einem Plus von 32,6 Mill. Euro im Vorjahr. Gerechnet auf die ersten neun Monate stürzte das operative Ergebnis (Ebit) damit weitaus dramatischer als erwartet von 408 auf 63,8 Mill. Euro ab. Analysten hatten im Schnitt mit 326 Mill. Euro gerechnet.

Das Konzernergebnis reduzierte sich wegen positiver Steuereffekte unterm Strich zwar weniger stark, aber immer noch deutlicher als angenommen. So weitete der Rückversicherer zwischen Juli und September die Vorjahresverluste von minus 20,4 Mill. Euro deutlich auf 184,2 Mill. Euro aus. Zwischen Januar und September sank der Gewinn um 67,6 Prozent auf 61,9 Mill. Euro. Die Experten hatten mit 180 Mill. gerechnet. Das Ergebnis je Aktie fiel von 1,58 auf 0,51 Euro.

Die Börse reagierte enttäuscht auf die Zahlen. Zum Handelsauftakt verlor die Aktie der Hannover Rück 4,89 Prozent auf 29,00 Euro. "Die Zahlen sind eine Katastrophe", sagte ein Marktteilnehmer. Auch andere Händler sagten, die Zahlen seien "viel schlechter" als erwartet. Analysten äußerten sich ebenfalls sehr negativ. "Das Ergebnis für das dritte Quartal ist überraschend schlecht", heißt es in einer Einschätzung der WestLB. "Auf dem ersten Blick sind die Zahlen sehr enttäuschend." Die Einstufung mit "Outperform" werde nun noch einmal überprüft. Die HVB stufte die Aktie von "Outperform" auf "Underperform" zurück. Zugleich wurde das Kursziel in einer Studie von 35 auf 30 Euro gesenkt

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