ZDF-Dokumentation: Deutsche-Bank-Skandale zur besten Sendezeit

ZDF-Dokumentation
Deutsche-Bank-Skandale zur besten Sendezeit

Die Deutsche Bank plagt trotz aller Bekenntnisse zum eigenen Kulturwandel ein Füllhorn an Skandalen und Skandälchen. Zur besten Sendezeit dröselt das ZDF einige davon auf – ein echter Brocken wird aber nur gestreift.
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FrankfurtEine Geisterbahnfahrt im Wohnzimmer: So konnte sich der Fernsehzuschauer nach der ZDF-Dokumentation „Unheimliche Geschäfte - Die Skandale der Deutschen Bank“ fühlen, die der Sender am Dienstagabend um 20.25 Uhr ausstrahlte. Der Film von Ulrich Stein beleuchtet die dunkle Seite des größten deutschen Geldhauses - das seit der Finanzkrise Negativschlagzeilen produzierte. Schiefgelaufene Zinswetten mit Unternehmern, betrügerische Geschäfte mit Verschmutzungszertifikaten, zweifelhafte US-Hypothekenkredite, die Verwicklung in die Manipulation des Referenzzinses Libor - in 45 Minuten blickte der ZDF-Zuschauer von einem Abgrund in den nächsten.

Die stärkste Passage des Films ist jene zur Verwicklung von Bankmitarbeitern in ein Kartell von Umsatzsteuerbetrügern, die sich am Handel mit Verschmutzungszertifikaten bereicherten. Hier kann der Autor auf Abhörprotokolle der Ermittler zurückgreifen, Aussagen eines inhaftierten Börsenhändlers (der nicht bei der Deutschen Bank angestellt war) zeigen, wie schnell es möglich war, am millionenschweren Rad mitzudrehen. Und die nachgestellte Szene, bei der die Deutsche Bank nach einem heißen Tipp vorgewarnt ist bezüglich einer Razzia, reicht an einen Krimi: „Wenn die kommen, dann kommen die tendenziell eher morgens als abends.“

Nachdenklich stimmen sollten die Manager der Bank auch die Erfahrungen von Wilhelm Blatz, dem Fabrikanten für Toilettenartikel, der sich im Vertrauen auf seinen Berater auf riskante Zinswetten einließ und am Ende vor dem Bundesgerichtshof siegte. Wie er sein Schicksal schildert und sich dabei an sein Herz greift („Da schlafen Sie stehend im Bett“), passt schlecht zur Mittelstandsoffensive des Instituts. Etwas knapp bemessen ist der Raum für die Affäre um die Manipulation des Referenzzinses Libor, obwohl gerade hier noch eine empfindliche Strafe drohen könnte. Nicht umsonst hat Aufsichtsratschef Paul Achleitner in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ noch einmal bekräftigt, man betreibe hier die Untersuchungen „mit aller Härte“.

Der Film bringt kaum Neuigkeiten ans Licht, aber er zeigt ziemlich deutlich, was für eine Herkulesaufgabe sich die neuen Co-Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen mit dem Kulturwandel aufgeladen haben. Ex-Chef Josef Ackermann taucht übrigens erst spät in dem Werk auf. Peer Steinbrück würdigt dessen Verdienste zur Stabilisierung der Banken, rügt aber, Ackermann habe sich danach sehr stolz auf eine „symbolische Apfelsinenkiste auf dem Marktplatz“ gestellt und sich gerühmt, ohne Staatshilfe auszukommen. Ein schönes Bild.

Kommentare zu " ZDF-Dokumentation: Deutsche-Bank-Skandale zur besten Sendezeit"

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  • Vielleicht wird ja bald abgewickelt und ZDF will aus der Schusslinie.

  • Das könnte eine neue "Qualität" der Öffentlich-Rechtlichen anzeigen, sozusagen als Anschub-Argument für die Diskussion auf der Strasse. Deshalb sollte man das gutheissen.

    Schwierig ist natürlich, kritisch zu werden, wenn die neue Macht sich schon fest etabliert hat. Aber sei's drum: süss ist es, für das Vaterland zu sterben.

    Kopp-Links - Krawalle angezündet von den Migranten

    Krawalle in Stockholm weiten sich aus - news.ORF.at
    http://www.orf.at/stories/2183356/2183348/

    Göttingen : Linksextreme machen Jagd auf Burschenschafter - Nachrichten Politik - Deutschland - DIE WELT
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article116428787/Linksextreme-machen-Jagd-auf-Burschenschafter.html

    Das Friedensreich versinkt im Bürgerkrieg.

  • Man muss nur die Finanzmärkte in Japan anschauen.
    Alles "künstlich" erzeugte Wertzuwächse. Mit Immobilien
    war nichts mehr zu verdienen, jetzt erzeugen die Computer Milliardengewinne an den Börsen, aus Luftgeldern der Notenbanken. Erkläre mal den Sparern
    die keine Zinsen mehr bekommen wie man mit Derivaten
    in 5 Minuten 100% Gewinn erzielt mehrmals am Tag.
    Alles Computergesteuert. Steigende Kurse weil die Steuerzahler wieder einmal keine Chance haben.
    Ein neues Betätigungsfeld der Hochfinanz, man muss nur
    schauen wieviele neue Derivate täglich aufgelegt werden.
    Die Dt. Bank hat solche Produkte im Angebot DX4XWF ist
    ein Derivat welche am 19.04. vor der Zinssenkung 0,50 Euro gekostet hat, ein Monat süäter über 10 Euro wert ist, wohlgemerkt nicht auf riskante Anlage sondern auf
    den DAX. Wie können solche Renditen "erwirtschaftet"
    werden. Gar nicht, das Geld gibt es bald nicht mehr
    Leider wissen die wenigsten was in der Finanzwelt alles
    möglich ist. Heute warten sie alle auf US Notenbank

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