ZDF-Dokumentation zur Deutschen Bank
Gigant mit ungewisser Zukunft

Mit einem Dokumentarfilm versucht das ZDF Licht in die dunkle Vergangenheit der Deutschen Bank zu bringen. Das Ergebnis ist genauso zwiespältig wie die Situation des größten heimischen Geldhauses.
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DüsseldorfIm vergangenen Herbst steckte die Deutsche Bank in ihrer tiefsten Krise. Wie konnte einer der einst größten Finanzkonzerne der Welt in diese Lage kommen? Diese Fragen haben schon viele gestellt, denen das Schicksal der Bank am Herzen liegt. Am späten Mittwoch Abend waren die Reporter von "ZDFzoom" an der Reihe.

Um es vorweg zu nehmen: Wirklich neue Erkenntnisse konnten auch sie nicht gewinnen. Aber ihre Reportage „Gigant ohne Zukunft“ führt noch einmal plastisch vor Augen, wie tief das noch immer mächtigste heimische Geldhaus in den vergangenen Jahren gesunken ist, und welch schlimme Folgen das hatte – nicht nur für Aktionäre und Manager, sondern auch für die Menschen, die in den Sog Abwärtsspirale gerieten.

Das ZDF konnte für diese Dokumentation im Inneren der Deutschen Bank drehen. Vier Mitglieder des Vorstands standen für Interviews und kritische Fragen zur Verfügung. Hat man aus der Vergangenheit gelernt? Wie geht es weiter mit dem Geldhaus?

Autor Dirk Laabs konfrontierte die Manager mit den Verfehlungen der vergangenen Jahre: Wie konnte es zu all den Skandalen kommen, wieso hat die Risikokontrolle immer wieder versagt? Was hat es mit der Geschäftsbeziehung zwischen Deutscher Bank und Donald Trump auf sich?

Der Film zeigt, wie aus dem als Folge der Finanzkrise versprochenen Kulturwandel ein Kulturkampf geworden ist, der am Ende eine ganze Generation von Managern hinwegfegte. Nicht nur die beiden ehemaligen Vorstandschef Anshu Jain und Jürgen Fitschen, sondern fast den kompletten damaligen Vorstand und viele Führungskräfte auf der Ebene darunter.

„Es waren mit Sicherheit nicht immer alles ehrbare Kaufleute in der Deutschen Bank“, gibt Christian Sewing, seit Kurzem einer der beiden Vize-Chefs der Deutschen Bank, zu. Der zweite neue Vize-Chef Marcus Schenck fügt hinzu: „Fast sieben von zehn Leuten, die in unserer obersten Führungsmannschaft sitzen, sind heute neu in ihren Positionen."

Solche Selbstkritik fällt Managern normalerweise nicht leicht, aber für Schenck und Sewing ist es ja keine Selbstkritik, denn die beiden sind genauso wie Vorstandschef John Cryan Teil der neuen Mannschaft, die die Bank aufräumen und wieder auf Kurs bringen soll.

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