Zeitplan gerät ins Wanken
Bei der neuen EZB-Wertpapierabwicklung hakt es wieder

Die Einführung der neuen EZB-Wertpapierabwicklung verläuft alles andere als reibungslos. Im Sommer verzögerte sich bereits der Anschluss italienischer Banken. Nun macht auch ein belgisches Institut Probleme.

FrankfurtDie Einführung der einheitlichen Wertpapierabwicklung durch die Europäische Zentralbank (EZB) gerät ins Stocken. Die in Belgien ansässige Clearingesellschaft Euroclear teilte am Freitag mit, sie benötige noch mehr Zeit, um eine sichere und stabile Übertragung ihrer Systeme in die T2S genannte EZB-Plattform zu gewährleisten. „Das ist ein großer Rückschlag für das Projekt“, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Euroclear ist zusammen mit der Deutsche-Börse -Tochter Clearstream führend in der Verwahrung von Wertpapieren. Eigentlich war die Übertragung der Euroclear-Systeme in Frankreich, den Niederlanden und in Belgien für den 28. März 2016 vorgesehen. Finanzinstitute in Deutschland sollen im September 2016 angeschlossen werden.

Euroclear stehe weiter voll hinter dem Projekt und werde eng mit der EZB, Wertpapierverwahrern und den Kunden zusammenarbeiten, um die Auswirkungen der Verzögerung möglichst gering zu halten, erklärte das Brüsseler Unternehmen. Die Zentralbank will die Folgen für T2S (Target2Securities) prüfen und den bestmöglichen Weg finden, um den Anschluss der Euroclear-Systeme später zu ermöglichen.

Alle anderen Marktplätze, die für die zweite Anschlusswelle vorgesehen waren, sollen wie geplant hinzustoßen, teilte die EZB mit. Dazu gehört nach früheren Angaben auch Portugal. Bei der Einführung von T2S hakt es nicht zum ersten Mal. In diesem Sommer verzögerte sich bereits der Anschluss italienischer Banken wegen technischer Probleme.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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