Zeitungsbericht: Hannover Rück setzt auf Katastrophenanleihen

Zeitungsbericht
Hannover Rück setzt auf Katastrophenanleihen

Der weltweit viertgrößte Rückversicherer Hannover Rück will mit so genannten Katastrophenanleihen den Kapitalmarkt künftig stärker anzapfen, um Risiken zu decken.

dpa-afx FRANKFURT. "Für Katastrophenanleihen besteht großer Bedarf, weil der Erst- und Rückversicherungsmarkt die erforderliche Deckungskapazität irgendwann nicht mehr aufbringen kann", sagte der Chef der MDax -Gesellschaft, Wilhelm Zeller, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwochausgabe).

Daher sei es sinnvoll, auf den Kapitalmarkt zurückzugreifen. "Hier steht genügend Kapazität zur Verfügung. Im Moment investieren erst wenige institutionelle Anleger auf diese Weise in Versicherungsrisiken." Versicherer lagern mit Katastrophenanleihen (Fachjargon: Cat-Bonds) einen Teil ihres Versicherungsrisikos an den Kapitalmarkt aus. Basis solcher Geschäfte ist normalerweise eine variabel verzinste Anleihe, die vom Versicherer herausgegeben und nach einigen Jahren wieder zurückgezahlt wird. Allerdings nur, wenn zuvor festgelegte Naturkatastrophen, Terroranschläge oder andere Ereignisse ausbleiben. Tritt der Schadensfall ein, wird die Anleihe wertlos.

Ratenniveau SO Hoch WIE Seit zehn Jahren Nicht

Auf das neue Geschäftsjahr blickt der Hannover-Rück-Chef optimistisch: "2006 hat alle Voraussetzungen, ein sehr guter Jahrgang zu werden: Das Ratenniveau ist so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr." Zum 1. Januar 2006 standen zwei Drittel der Verträge in der Schadenrückversicherung zur Erneuerung an. "In den schadensbelasteten Programmen in Amerika und der Karibik konnten wir Ratenerhöhungen von durchschnittlich 100 Prozent und in einzelnen Fällen sogar von 200 bis 300 Prozent durchsetzen", sagte Zeller. "In den nicht von den Wirbelstürmen belasteten Programmen hat sich weniger getan, als wir dachten. In Europa und Asien sind die Raten stabil geblieben oder allenfalls leicht gestiegen."

Der Rückversicherer habe sich insgesamt mehr von der Vertragserneuerungsrunde erwartet, bekräftigte Zeller Aussagen vom Vortag. "Wir haben nämlich nicht auf die Rekalibrierung der Schadenmodelle durch die amerikanischen Firmen gewartet, sondern selbst proaktiv gehandelt. Natürlich gingen wir davon aus, dass unsere Konkurrenten auch so handeln würden. Das war jedoch offenkundig weitgehend nicht der Fall."

Hätten alle Rückversicherer dies getan, dann hätten die Prämienerhöhungen zum 1. Januar sehr viel höher ausfallen müssen, betonte der Konzernchef. "Aber noch ist nicht aller Tage Abend. Im Katastrophengeschäft in Amerika standen erst 61 Prozent aller Verträge zur Erneuerung an. Der Rest folgt zur nächsten großen Erneuerungsrunde im Sommer. Wir rechnen dann mit einem weiteren Anstieg der Raten, also der Preise für Rückversicherungsdeckungen."

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