Zentrale Umwelt- und Sozialstandards der Weltbank umstritten: Banken müssen bei Großprojekten strengere Standards erfüllen

Zentrale Umwelt- und Sozialstandards der Weltbank umstritten
Banken müssen bei Großprojekten strengere Standards erfüllen

Ab April müssen Banken und Unternehmen bei Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern viel strengere Standards erfüllen, wenn sie Kredite der Weltbank haben wollen. Heute entscheidet der Verwaltungsrat der International Finance Corporation (IFC), des privaten Bankarms der Weltbank, über die neue Umwelt- und Sozialpolitik. Sie soll negative Folgen von Staudämmen, Kraftwerken oder Fabriken auf Umwelt und Bevölkerung minimieren.

BERLIN. Die Standards spielen laut Experten bei 90 Prozent aller Finanzierungen von Projekten sowie bei Hermeskrediten für Exporte eine Rolle und betreffen auch den deutschen Mittelstand.

Umwelt- und Sozialaspekte sind künftig integriert und permanent zu prüfen. „Dafür sind Managementsysteme gefordert. Unternehmen sollen Risiken besser erkennen und senken können“, sagte IFC-Direktorin Ra-hel Kyte dem Handelsblatt. Die neue, risikobasierte Politik schreibe weniger Einzelschritte vor, sondern sei ergebnisfokussiert.

„Die Standards verlangen große Veränderungen von unseren Kunden; so müssen sie nun mit der lokalen Bevölkerung während der gesamten Laufzeit in ständigem Dialog stehen und transparent über potentielle Risiken berichten.“ Das IFC fordere eine breite gesellschaftliche Unter-stützung für Projekte, oft der kritischste Aspekt. „Community Engagement“ sei eine gute Investition für Unternehmen, weil es Konflikte und teure Folgen vermeide und ihr Investment schütze, erläuterte Kyte.

Banken und Unternehmen müssen überdies erstmals die wichtigsten Arbeitsrechte einhalten: die Verbote von Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung sowie die Freiheit zur Vereinigung und Tariflohnabsprachen. Künftig ist auch auf indirekte Auswirkungen von Projekten auf Gesundheit und Sicherheit der Bevölkerung zu achten, Umweltbelastungen vorzubeugen oder zu minimieren sowie klimaschädliche Emissionen des Projekts zu beziffern.

„In vielen kritischen Bereichen werden die Standards erweitert, insbesondere indem sie erstmals Arbeitsrechte, die Menschenrechte und den Schutz der biologischen Vielfalt aufnehmen“, meint Jens Kubusch, Kreditanalyst der HypoVereinsbank (HVB) und Kreditverantwortlicher im Nachhaltigkeitsmanagement. „Banken müssen künftig genauer hinsehen.“ Die neuen Aspekte müssten in die Vertragsgestaltung aufgenommen und abgeprüft werden. Der Arbeitsaufwand steige.

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