Zerschlagene Landesbank
Der bittere Abgang der WestLB

Im vergangenen Jahrzehnt pumpten Steuerzahler und Eigentümer 21 Milliarden Euro in die WestLB. Zurzeit bereitet das elftgrößte Kreditinstitut Deutschlands seine eigene Beerdigung vor. Doch selbst dafür fehlt noch Geld.
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Berlin, FrankfurtWenn die Beschäftigten der WestLB heute aus ihren Büros auf den Düsseldorfer Kirchplatz schauen, sehen sie Baumaschinen und Kräne. Die Stadt baut eine neue U-Bahn-Linie. Doch von der neuen Station direkt vor der Bankzentrale werden die meisten von ihnen nichts haben. Bis zur geplanten Fertigstellung wird die einst größte Landesbank Deutschlands längst der Vergangenheit angehören. Am 30. Juni 2012 ist Schluss. Morgen legt Vorstandschef Dietrich Voigtländer die letzte Bilanz des Instituts vor. 4400 Beschäftigte zittern um ihre Jobs.

Noch nie wurde in Deutschland eine Bank dieser Größe zerschlagen – 2010 war sie mit einer Bilanzsumme von 191 Milliarden Euro immerhin noch die elftgrößte Bank des Landes. Die Abwicklung der WestLB hat weder in Deutschland noch in der Europäischen Union Parallelen.

Aktuell hat die WestLB ein sehr großes neues Problem: Bisher hat die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft offengelassen, ob oder wie das Land die zugesagte eine Milliarde Euro für die Zerschlagung der Landesbank WestLB aufbringen wird.

Das Kabinett berät heute über das Thema: „Wir haben keinen Haushalt, in dem die eine Milliarde drin steht“, sagte Kraft. Auf die Frage, ob sich die Zerschlagung der Bank dadurch verzögern könnte, sagte Kraft, sie könne das jetzt nicht bewerten.

Das Land hat zur Neuordnung der Landesbank eine Milliarde Euro für den Rest der WestLB zugesagt. Dies war auch im Haushaltsentwurf der rot-grünen Landesregierung vorgesehen. Der Landtag hatte sich vorige Woche aber im Streit über den Haushalt selbst aufgelöst und Neuwahlen für den 13. Mai angesetzt.

Kommentare zu " Zerschlagene Landesbank: Der bittere Abgang der WestLB"

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  • als Kunden haben wir dich hoffentlich abgelehnt , sowas brauchen wir nicht

  • "Diese Milliarden steckte sie zum Beispiel in risikoreiche Verbriefungen von bonitätsschwachen US-Hauskäufern (Subprime-Kredite)."

    Waren nicht die Deutsche Bank und Goldman-Sachs die Entwickler und Distributoren dieser Verbriefungen, die im Focus von Klagen auch aus USA stehen?


    Friedrich Merz: (WIKIPEDIA)

    Anfang Januar 2010 wurde er in den beratenden Verwaltungsrat der Bank HSBC Trinkaus berufen, wo er die Nachfolge des verstorbenen Otto Graf Lambsdorff antrat.[15] Außerdem wurde er Mitglied im Aufsichtsrat der Bank.

    Im Juni 2010 wurde Merz vom Bankenrettungsfonds Soffin damit beauftragt, den Verkaufsprozess der WestLB an einen privaten Investor zu leiten.[4][5]
    Für Kritik in den Medien sorgten hohe Honorarsätze für Merz (5000 Euro pro Tag) und weitere Anwälte.[6]

    Die Tätigkeit endete Mitte Mai 2011 nach dem Beginn von Verkaufsverhandlungen mit HSBC Trinkaus über Teile der WestLB.
    Da Merz HSBC-Aufsichtsratsmitglied ist, wurde in einigen Kommentaren aus verschiedenen Gründen ein Interessenskonflikt vermutet. Ein Sprecher von Merz wies den Vorwurf zurück, da lediglich über Teilverkäufe (nicht einen Gesamtverkauf, für den Merz zuständig wäre) verhandelt werde.[7]

    Cui bono?

  • das allerbeste ist ja, dass hier noch die westLB werbebanner eingeblendet werden :):):) nicht schlecht

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