Zertifikategeschäft
Die Dekabank auf neuen Pfaden

Der Startschuss für die Dekabank fällt heute: Das Institut soll zum Wertpapierhaus umgebaut werden. Erwartet wird der Einstieg ins Zertifikategeschäft. Doch einfach würde das für den Sparkassendienstleister nicht werden.
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Frankfurt/BerlinHeute soll der Umbau der Dekabank zum Wertpapierhaus der Sparkassen starten - voraussichtlich mit dem Einstieg ins lukrative Zertifikategeschäft und mit einem Führungswechsel in der schwächelnden Fondssparte.

Der Verwaltungsrat will das Profil des Fondsanbieters der Sparkassen schärfen. Die Dekabank soll als Wertpapierhaus aufgestellt werden, das verschiedene Produkte anbietet, nicht nur Fonds. Voraussichtlich wird das Gremium der Dekabank daher den Weg in das Zertifikategeschäft ebnen. Das bestätigten Verwaltungsratsmitglieder dem Handelsblatt.

Der Vertrieb von Zertifikaten an Sparkassenkunden könnte das Geschäft der Dekabank stärken. Sie leidet darunter, dass die Kunden hohe Summen aus den Fonds abziehen. Im ersten Halbjahr flossen unterm Strich 3,2 Milliarden Euro ab; insgesamt verwaltet der Anbieter rund 150 Milliarden Euro.

Doch so einfach dürfte es für den Sparkassendienstleister nicht werden, mit Zertifikaten rasch aufzutrumpfen: Ein Teil des Vertriebs, also die Sparkassen, könnte der Dekabank einen Strich durch die Rechnung machen. Mehrere Landesbanken, an denen die Sparkassen maßgeblich beteiligt sind, verkaufen ebenfalls seit längerem Zertifikate - zum Beispiel die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), die Landesbank Berlin (LBB), die Bayerische Landesbank (BayernLB) sowie die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), die das Zertifikategeschäft der zerschlagenen WestLB übernommen hat. Konflikte etwa mit der LBBW und der Helaba sind programmiert - schließlich zielen die neuen Wettbewerber auf dieselben Kunden.

Zwar ist es für neue Anbieter relativ leicht, in das Geschäft einzusteigen, weil die Kosten gering sind. "Aber es ist schwierig, in den Markt wirklich einzudringen und Marktanteile zu gewinnen. Der Wettbewerb ist intensiv", sagt Christian Grabbe, Zertifikate-Experte der Baader Bank. Er traut der Dekabank zu, ein nennenswertes Geschäft aufzubauen, vorausgesetzt die Sparkassen nehmen die Deka-Produkte an und vertreiben sie. "Ich würde die Dekabank letztlich mit der DZ Bank vergleichen. Und sie hat auch mehrere Jahre gebraucht, um oben mitzuspielen", sagt Grabbe. Das genossenschaftliche Zentralinstitut ist heute die Nummer drei unter den Anbietern.

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  • Deka-Fonds kann man in der Pfeife rauchen. Quantität statt Qualität, lausige Performance, hohe Gebühren. Warum soll das bei Zockereien mit Zertifikaten anders werden? Bei der negativen Zinspolitik auf absehbare Zeit (NIRP) werden noch mehr Kundegelder für Managerhonorare abgezweigt werden müssen als bisher.

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