Zinsmanipulation
EU verhängt Millionenstrafen gegen Banken-Kartell

Wegen der Teilnahme an einem Franken-Zinskartell hat die EU eine Strafe von 32 Millionen Euro gegen Credit Suisse, UBS und JP Morgan verhängt. JP Morgan muss zusätzlich noch 62 Millionen zahlen.
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Brüssel/ZürichDie Serie von Geldstrafen gegen internationale Großbanken wegen Tricksereien bei Zinsgeschäften reißt nicht ab. Die EU-Kommission verhängte am Dienstag gegen die beiden Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse sowie gegen JP Morgan aus den USA eine Buße von insgesamt 32 Millionen Euro wegen Teilnahme an einem Franken-Zinskartell.

In einem zweiten Verfahren erhielt JP Morgan parallel dazu eine Strafe von knapp 62 Millionen Euro, weil die Bank 2008 und 2009 bei der Festsetzung des Libor-Referenzzins für den Franken mit Royal Bank of Scottland (RBS) Absprachen getätigt hatte. RBS ging straffrei aus, da sie den Fall aufgedeckt hatte. Der Liborsatz wurde damals täglich durch eine Umfrage bei großen Banken ermittelt und bildete die Basis für zahlreiche weitere Geschäfte.

Den beiden Schweizer Banken warf die EU-Kommission vor, zwischen Mai und September 2007 zusammen mit JP Morgan und RBS an Tricksereien bei Franken-Zinsabsicherungsinstrumenten beteiligt gewesen zu sein. Kunden seien schlechtere Kurse genannt worden als die Banken untereinander verrechneten. Davon, dass Credit Suisse und UBS versucht haben könnten, den Franken-Libor zu manipulieren, war in der Mitteilung der EU nicht die Rede.

Während Credit Suisse, auf die rund zehn Millionen Euro Strafe entfallen, im Zusammenhang mit Zinsmanipulationen zum ersten Mal eine Buße zahlen muss, sind die knapp 13 Millionen Euro für UBS vergleichsweise eine Kleinigkeit.

Die größte Schweizer Bank einigte sich Ende 2012 mit den Aufsichtsbehörden der USA, Großbritanniens und der Schweiz auf eine Strafe von 1,4 Milliarden Franken (1,1 Milliarden Euro) wegen Zinsmanipulationen in einer ganzen Reihe von Währungen.

Einer Milliarden-Busse der EU in der gleichen Sache entgingen die Schweizer Ende 2013, weil sie sich als Kronzeugen zu Verfügung stellten. Die Deutsche Bank zahlte damals mehr als 700 Millionen Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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