Zinsmanipulation
Ex-Banker von UBS und Citi im Libor-Fall verhaftet

Drei Händler wurden wegen der Manipulation des Leitzinssatzes Libor verhaftet. Einer arbeitete Medienberichten zufolge früher bei zwei Großbanken. Den an dem Skandal beteiligten Häusern drohen hohe Strafen.
  • 1

LondonEin früherer Händler der UBS und der Citigroup zählt zu den drei Bankern, die am Dienstag wegen vermeintlicher Manipulation des Londoner Interbankensatzes (Libor) verhaftet wurden. Das erfuhr die Nachrichtenagentur Bloomberg aus informierten Kreisen. Es sind die ersten Verhaftungen in der britischen Hauptstadt in dem Fall. Der Inhaftierte war früher Händler bei der UBS und bei der Citigroup, wie zwei mit der Aktion vertraute Personen erklärten, die nicht namentlich genannt werden wollten.

Die für schwere Betrugsfälle zuständige Abteilung der britischen Kriminalpolizei bestätigte am Dienstag. Die anderen beiden Verhafteten waren beim Brokerhaus RP Martin Holdings tätig, erklärte eine der Personen und eine dritte, die ebenfalls nicht namentlich genannt werden wollte. Bei allen drei Verhafteten handelt es sich um britische Staatsangehörige im Alter von 33 bis 47 Jahren.

Der Händler war im Dezember 2009 zu Citigroup gekommen und später entlassen worden, nachdem ihm im Juni 2012 eine unsachgemäße Handlungsweise vorgeworfen worden war. Zuvor hatte er für die UBS, die größte Bank der Schweiz, und zwischen 2001 und 2003 für Royal Bank of Scotland gearbeitet, wie aus Daten der britischen FSA hervorgeht.

Ein Sprecher von Citigroup in London wollte gegenüber Bloomberg keine Stellungnahme abgeben. Ein Sprecher von RP Martin erklärte, dass die Firma sich nicht zu Mitarbeiterangelegenheiten äußere.

Mehr als ein Dutzend Großbanken soll in den Jahren 2005 bis 2009 internationale Referenzzinssätze wie den Libor zu ihren Gunsten manipuliert haben. Der einmal täglich in London ermittelte Libor zeigt an, zu welchen Konditionen sich Banken untereinander Geld leihen. Der Zinssatz beruht allerdings auf den - von außen bislang kaum nachprüfbaren - Angaben der Institute.

Seite 1:

Ex-Banker von UBS und Citi im Libor-Fall verhaftet

Seite 2:

Hohe Geldbußen verhängt

Kommentare zu " Zinsmanipulation: Ex-Banker von UBS und Citi im Libor-Fall verhaftet"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Arbeiten bei dieser Investment"bank" eigentlich nur "Einzeltäter" und schämen sich die anscheinend wenigen noch verbliebenen ehrlichen Mitarbeiter nicht langsam in einer solchen Bank zu arbeiten??? Wozu wird eigentlich das Management mit derart hohen Gehältern vergütet, wenn sie nie von etwas Bescheid wissen und derart hochkriminelles Verhalten auch nicht unterbinden können??? Wozu braucht eine Bank einen hochbezahlten Aufsichtsrat, wenn diese über Jahre hinweg auf beiden Augen blind ist???

    Mal ehrlich kann ein Land wie Deutschland es sich leisten einer Deutschen Bank, die als eng verbunden mit Deutschland wahrgenommen wird, derartiges laufend durchgehen zu lassen? Wir stellen (zurecht) hohen Forderungen an unsere Mitländer in der EU und schwingen (zurecht) die moralische Keule über die mafiösen Geldwaschländer Zypern und Griechenland, dulden aber gleichzeitig das die Deutsche Bank zur Skandalbank Nummer 1 wird und so ziemlich in jeden Finanzbetrug verwickelt ist, der aufgedeckt wird. Mittlerweile haben diese Betrügereien schon Dimensionen erreicht wie beim Euribor und Libor!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%