Zinsmanipulation
Hypo Alpe Adria muss Italien-Tochter stützen

Nachdem vor einigen Monaten Zinsmanipulationen der Italien-Tochter der Hypo Alpe Adria aufgeflogen waren, muss die österreichische Bank der Italien-Tochter mit 150 Millionen Euro unter die Arme greifen.
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WienDie Hypo Alpe Adria muss ihre Italien-Tochter wegen eines Betrugsfalls und der mauen Wirtschaftsentwicklung mit 150 Millionen Euro stützen. Bereits im Juli habe die kriselnde Staatsbank der Tochter mit dieser Summe unter die Arme gegriffen, bestätigte ein Sprecher am Dienstag eine Meldung der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Die Geldspritze sei Voraussetzung für einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk des Wirtschaftsprüfers für das Jahr 2012 gewesen.

Bei der Italien-Tochter waren vor einigen Monaten Zinsmanipulationen bei Leasingverträgen aufgeflogen. Seither ermittelt die Staatsanwaltschaft. Der langjährige Bankchef Lorenzo Di Tommaso nahm seinen Hut. Er wird nun ab 2. September von Marco Gariglio ersetzt, der zuvor als Berater im Bankbereich tätig war, wie die Bank ebenfalls am Dienstag mitteilte.

Doch die Probleme der Hypo Alpe Adria beschränken sich nicht auf Italien: Der österreichische Staat hat kürzlich weitere 700 Millionen Euro in die Konzernmutter gepumpt, weil deren Verluste das Kapitalpolster aufgezehrt hatten. Durch die Hilfen für die Italien-Tochter entstehe jedoch kein neuerlicher Kapitalbedarf bei der Mutter, sagte ein Hypo-Sprecher.

Finanzministerin Maria Fekter hatte zuletzt eingeräumt, dass die Hypo im Laufe ihrer Abwicklung noch weitere Hilfen benötigen werde. Wie hoch der künftige Geldbedarf ausfallen könnte, ist offen. Neben dem Verkauf des Österreich-Geschäfts will sich die Krisenbank auch von ihren Töchtern in Zentral- und Osteuropa trennen. Die Italien-Tochter soll abgewickelt werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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