Zinsplattform 30 Millionen-Euro-Finanzspritze für „Weltsparen“

Der Erfolg der Internet-Zinsplattform Weltsparen zieht weitere Investoren an. Gerade hat das Unternehmen eine Finanzierungsrunde über 30 Millionen Euro abgeschlossen – und will auch außerhalb Deutschlands wachsen.
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Start-ups machen den klassischen Finanzinstituten zunehmend Konkurrenz. Quelle: dpa
Fintech-Zentrum der Deutschen Börse

Start-ups machen den klassischen Finanzinstituten zunehmend Konkurrenz.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Zinsplattform Weltsparen, die europaweit unter Raisin firmiert, bekommt frisches Geld von Investoren – insgesamt 30 Millionen Euro. Das Geld kommt nach Angaben des Unternehmensgründers Tamaz Georgadze zu einem Großteil vom amerikanischen Risikokapitalgeber Thrive Capital, der in der Vergangenheit bereits in Startups wie Spotify, Slack oder Oscar investiert hat.

Auch bestehende Investoren wie Ribbit Capital aus Palo Alto sowie Index Ventures sollen erneut Geld zur Verfügung gestellt haben. Insgesamt hat Weltsparen nun 60 Millionen Euro Kapital eingesammelt.

Investments, Namen und Kooperationen 2017
ING startet Fintech-Fonds
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Die niederländische Bank ING hat am 25. Oktober bekannt gegeben, dass sie den 300-Millionen-Euro schweren Fonds ING Ventures gestartet hat, um damit in Fintechs zu investieren. Mit Fintechs zu kooperieren und in sie zu investieren gehöre zum Kern ihrer Innovationsstrategie. Weltweit hat die Bank nach eigenen Angaben in den vergangenen drei Jahren bereits 115 strategische Partnerschaften und Investments getätigt.

Deutsche Bank startet Digi-Venture-Fonds
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Die Deutsche Bank beteiligt sich mit knapp 25 Prozent am Fintech Dwins. Es ist das erste Investment des neuen Digi-Venture-Fonds der Privatkundensparte. Der Fonds soll in strategisch interessante Finanztechnologie-Unternehmen investieren und ist aktuell mit einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag ausgestattet. Ab Dezember sollen Deutsche Bank-Kunden den von Dwins entwickelten Finanzplaner „Finanzguru“ exklusiv nutzen können...

N26 will in die USA expandieren
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Die Smartphone-Bank N26 will ab Mitte 2018 in den US-Markt eintreten und Kunden dort ein Girokonto mit Karte, Überweisungen, Barabhebungen sowie einem speziellen Kundenbindungsprogramm anbieten. Nach Angaben des Berliner Finanztechnologie-Start-ups können sich US-amerikanische Kunden ab sofort in eine Warteliste eintragen. „Die USA sind ein spannender Markt für N26, der uns große Möglichkeiten eröffnet“, sagte Gründer und Geschäftsführer Valentin Stalf, der die Pläne am 23. Oktober in Las Vegas vorstellte...

Bux sammelt 10,6 Millionen Euro ein
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Die niederländische Börsen-App Bux hat 10,6 Millionen Euro von einem Investorengremium um den deutschen Fonds Holtzbrinck Ventures eingesammelt. Bux widmet sich einem sehr deutschen Problem: der weit verbreiteten Angst vor Aktien. Gründer Nick Bortot (Foto) will vor allem jungen Leuten die Börse spielerisch näherbringen. Das Amsterdamer Start-up soll bereits 1,2 Millionen Nutzer haben, ein Drittel davon in Deutschland und Österreich...

JP Morgan übernimmt WePay
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JP Morgan hat den Zahlungsdienstleister WePay übernommen. Wie am 18. Oktober bekannt wird, will die größte US-Bank damit wohl rund vier Millionen kleine Unternehmen besser in den hauseigenen Zahlungsverkehr integrieren...

Compeon erhält zwölf Millionen Euro
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Der auf Firmenkunden spezialisierte Kreditvermittler Compeon sammelt zwölf Millionen Euro ein. Wie die Vermittlungsplattform für Unternehmensfinanzierungen am 12. Oktober meldet, stammt das Geld von seinen Altinvestoren. Angeführt wurde die zweite Finanzierungsrunde von Tengelmann Ventures. Beteiligt sind daneben auch btov Partners und Dieter von Holtzbrinck Ventures – letztere gehört zur Verlagsgruppe Handelsblatt. Compeon bezeichnet sich selbst als Marktführer unter den digitalen Plattformen für gewerbliche Finanzierungen und kooperiert mit mehr als 220 Banken, Fördermittelanbietern und Spezialfinanzierern. Gegründet wurde das Fintech von Nico Peters, Frank Wüller und Kai Böringschulte (Foto: von links). Die Plattform ging Mitte 2013 an den Markt.

Element bekommt Bafin-Lizenz
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Das von dem Berliner Company-Builder Finleap gegründete Start-up „Element“ hat für sein Versicherungsgeschäft eine Lizenz von der Finanzaufsichtsbehörde Bafin erhalten. Wie das Fintech am 11. Oktober meldet, gilt die Erlaubnis für Schaden- und Unfallversicherungen, was Sach-, Haftpflicht-, Unfall- und Rechtsschutzversicherungen sowie das Reisegeschäft einschließt. Als möglichen Partner nennt Element neben anderen Start-ups aus der Versicherungsbranche – sogenannten InsurTechs – auch etablierte Marken und Händler sowie klassische Versicherungen und Vermittler. Geschäftsführer Sascha Herwig (links im Bild, mit Wolff Graulich und Henning Groß) war zuletzt Bereichsleiter bei der Nürnberger Versicherung.

Das Berliner Finanztechnologie-Start-up (Fintech) richtet sein Angebot an Kunden, die ihr Geld nicht nur auf Tages- und Festgeldkonten in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern anlegen wollen. Während Anleger dafür früher zu der jeweiligen Filiale ins Ausland reisen mussten, stellt die Plattform alle Unterlagen für die Kontoeröffnung online und in deutscher Sprache zur Verfügung.

Angetrieben wird das Geschäftsmodell von der andauernden Niedrigzinsphase. Da die Banken derzeit ohnehin günstig an Geld kommen, bieten sie den Kunden nur noch geringe Zinsen für ihre Einlagen.

Bei Banken im europäischen Ausland oder bei kleineren Banken in Deutschland sieht das anders aus. Weltsparen hat inzwischen 27 Partnerbanken, im vergangenen Jahr hatte sich die Zahl verdoppelt. „Ein Teil dieser Banken bewegt sich nicht im Privatkundengeschäft und hat keine Möglichkeit außerhalb unserer Plattform Euro-Einlagen von Privatkunden einzusammeln“, erklärt Tamaz Georgadze gegenüber dem Handelsblatt. Diese Banken wollten zwischen unter Hundert Millionen und mehreren Hundert Millionen Euro über die Plattform einsammeln.

Gestartet ist die Plattform Weltsparen 2013. Zu ihren Mitbewerbern gehören die Portale Deposit Solutions und Savedo. Im vergangenen Jahr hatte Weltsparen einen besonderen Schub verzeichnet: Das Einlagevolumen verdreifachte sich dem Portal zufolge auf mehr als zwei Milliarden Euro.

„Unsere Kunden starten meist mit einem Festgeld- oder Tagesgeldkonto und eröffnen noch innerhalb des ersten Jahres ein zweites“, sagt Georgadze. Konkurrent Savedo dagegen gab zuletzt an, dass Einlagen im höheren dreistelligen Millionenbereich vermittelt worden seien – und zudem die erste Million bei der Vermittlung von Edelmetallen erreicht sei.

Insgesamt zählt Weltsparen aktuell 60.000 Kunden. Der Schwerpunkt liegt noch in Deutschland, doch vertreten ist das Fintech schon in 31 europäischen Ländern. „Wir sind gerade in Spanien gestartet und haben dort momentan drei Partnerbanken, bald werden wir auch in Italien aktiv sein“, so Georgadze. Mit dem neu eingesammelten Kapital will er die Expansion weiter vorantreiben.

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