Zinsskandal
Deutsche Bank will mit Kapitel Libor abschließen

Noch bis Jahresende soll der Skandal um manipulierte Zinsen endgültig vom Tisch sein: Die Deutsche Bank arbeitet zurzeit an einem Vergleich mit britischen und US-Behörden – Insidern zufolge sehr erfolgreich.
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FrankfurtDie Deutsche Bank will das letzte Kapitel im Zinsskandal nach Angaben aus Finanzkreisen bis Jahresende schließen. Dazu werde an einem Vergleich mit den Behörden in Großbritannien und den USA gestrickt, sagten zwei mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

„Man arbeitet auf Hochtouren daran, das Thema vom Tisch zu kriegen“, betonte einer der Insider. Eine Einigung sei allerdings komplex, weil so viele verschiedene Regulierungsbehörden involviert seien. Auch die "Wirtschaftswoche" berichtete, die Deutsche Bank sei beim Thema Libor auf der Zielgeraden.

Das Finanzinstitut bekräftigte, dass es mit den Behörden intensiv zusammenarbeite. Zu den aktuellen Informationen wollte es sich am Samstag nicht äußern.

In den Skandal um manipulierte Zinsen sind Großbanken weltweit verstrickt. Einzelne Händler hatten sich nach Erkenntnissen der Regulierer bei wichtigen Referenzzinsen wie Libor und Euribor abgesprochen, um Handelsgewinne einzustreichen. Die EU hatte ihre Strafen bereits Ende vergangenen Jahres verhängt: Der Deutschen Bank wurden damals 725 Millionen Euro aufgebrummt.

Die britischen und die US-amerikanischen Behörden arbeiteten bei der Aufklärung der Affäre Hand in Hand und verhängten zuletzt zeitgleich Strafen gegen eine Bank nach der anderen. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat eine Sonderprüfung bei der Deutschen Bank wegen der Zinstricksereien gestartet. Die Ergebnisse stehen aber noch aus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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