Zinsskandal

Jeder vierte Deutsche hält Banker für „äußerst kriminell“

Die Manipulationen des Referenzzins Libor durch Großbanken schaden dem Ansehen der ohnehin verrufenen Branche. Die Vertrauenswerte sinken. Banker gelten bei vielen sogar als kriminell - nicht ganz zu unrecht.
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Bankenprotest in London: Jeder vierte Deutsche hält Banker für äußerst kriminell. Quelle: AFP

Bankenprotest in London: Jeder vierte Deutsche hält Banker für äußerst kriminell.

(Foto: AFP)

Düsseldorf/LondonDas Ansehen der Finanzbranche nimmt nach dem Skandal um die Libor-Manipulationen weiteren Schaden: Fast jeder vierte Deutsche hält Banker für äußerst kriminell. Das ist das Ergebnis einer Online-Umfrage, die das Marktforschungsinstitut Mafo exklusiv für Handelsblatt Online durchgeführt hat. Dafür wurden in dieser Woche 1000 Personen nach ihrer Meinung zu den Manipulationen des Referenzzins Libor durch diverse Großbanken befragt.

24,2 Prozent der Umfrageteilnehmer halten Banker demnach für äußerst kriminell. Weniger als ein Prozent der Befragten meint, dass Banker allgemein unschuldig sind. Auf einer Skala von null (äußerst kriminell) bis zehn (unschuldig) ergibt sich ein Durchschnittswert der Antworten von 3,3.

Aktueller Hintergrund: Einer ganzen Reihe von internationalen Großbanken wird vorgeworfen, von 2005 bis 2009 den Libor-Zinssatz mit falschen Angaben manipuliert zu haben, um ihre tatsächlichen Refinanzierungskosten zu verschleiern. Der Libor wird einmal täglich in London ermittelt und zeigt an, zu welchen Konditionen sich Banken untereinander Geld leihen. Er basiert auf individuellen Angaben der Institute und dient als Referenz für Kredite an Unternehmen, Privatpersonen und weitere Finanztransaktionen in einem Volumen von 360 Billionen Dollar.

Am Freitag will die New Yorker Federal Reserve neue Dokumente zum Libor-Skandal veröffentlichen. Die Schriftstücke sollen zeigen, dass sie vor vier Jahren sofort agiert habe, sagte ein Sprecher der Notenbank. Man habe auf die Probleme bei dem Zinssatz hingewiesen und auf Reformen bestanden. Nach der britischen Notenbank war am Mittwoch auch die britische Finanzaufsicht FSA in die Schusslinie geraten. Am Montag muss sich der Chef der FSA vor dem Parlamentsausschuss in London rechtfertigen, warum die Manipulationen jahrelang unbemerkt blieben.

Mehr als die Hälfte hat Vertrauen verloren
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67 Kommentare zu "Zinsskandal: Jeder vierte Deutsche hält Banker für „äußerst kriminell“"

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  • @Stehphan
    Ach ja die bösen, bösen Banker. Da haben wir die Sündenböcke der Nation.

    Keiner schreibt "die bösen Banken" sondern ganz gezielt wurden die Verantwortlichen, welche Schattenbanken, und die Auslagerung von Risiken etc. Produkte entwickelten, wo keiner mehr wusste was wirklich in diesen angeblich sicheren Anlagen steckte? Gezielt verschleiert wurde, ein paar gute "Risiken" und den Rest mit vergifteten Papieren, zu Paketen verschnürte, und somit in vielen weiteren Finanzinstituten weltweit vermittelt und verkauft wurden? Dies waren keine Einzelfälle, sondern wurde systematisch betrieben. Exorbitante Provisionen abkassiert, die Risiken aber wurden sozialisiert? Wieso wurden in den USA bisher über 60 Verantwortliche angeklagt und verurteilt? Banken mussten bisher über 200 Milliarden an Strafe zahlen? Und Europa oder Deutschland, da gibt es nicht einmal Gesetze die so ein Vorgehen unter Strafe stellt?

  • Ach ja die bösen, bösen Banker. Da haben wir die Sündenböcke der Nation.

    Vergessen wir die hunderttausende Anleger, die auch nur Profit machen wollen. Meiner Meinung nach ist jeder selber Schuld, der sich nicht mit Finanzprodukten auskennt und trotzdem gutgläubig sein gesamtes Ersparrtes investiert oder obwohl er es besser weiß in hochriskante Produkte versenkt. Man sollte sich zuerst die Geldgeber für die Banken ansehen, bevor man jene verteufelt. Wer Renditen jenseits von 10% erwartet, ist mit Schuld!!

    Lasst uns auch bloß nicht die Staaten anschauen, die durch ihre gnadenlose Überschuldung eine auf Pump,nicht auf reale Wirtschaftsleitung basierende, Gesellschaft aufgebaut haben. Die hochristkannte, auf Fonds aufgebaute Renten sogar noch fördern und ständig mehr und mehr Wirtschaftswachstum fordern. Die marode Banken retten und fördern, obowhl diese immer wieder gezeigt haben, dass man ihnen nicht trauen kann.

    Außerdem drucken die Staaten Geld ohne Ende, was die Inflation rasend schnell wachsen lässt. Allein um sein Vermögen zu halten sollte man schon 2%-5% Rendite jährlich haben(Kapitalsteuer nicht eingerechnet). Wen wundert es da, dass die Banker und Anleger zu hochriskanten, teilweise kriminellen Methoden greifen.

    Das es schwer ist in einem solchen System "sauber" zu bleiben, ist offensichtlich. Doch man sollte nicht alle Banken und Banker über einen Kamm scheren. Es gibt da draußen immer noch viele, die ordentliche Arbeit leisten und versuchen das Beste aus dem System zu machen und für die Menschen arbeiten.

    Der zurzeitigen einseitigen Populismus ("Die Banker sind an allem Schuld!!!"), ist einfach falsch.

  • "Es hat nur jemand anderes - haha" höre ich jetzt jemanden sagen
    Er hat recht, aber jemand anders sind sicher nicht diejenigen, die es nötig hätten.

    Etwa 90% der Angestellten können sich keine andere Anlageform als das Sparkonto leisten, und was passierte damals Ende 80er mit diesen Konten? Die Zinsen wurden von den Banken in konzertierter Aktion innert weniger Jahren von ca 3-5% auf lächerliche 1% oder weniger runtergedrückt. E-on Aktien, die Volksaktie, die weiss nicht wieviele hunderttausend Kleinverdiener in den Ruin trieb? Die genaue Zahl wird natürlich tunlichst unter Verschluss gehalten...
    Immer mehr Banken streichen ab einem gewissen Kontobetrag die Kontoführungskosten, wieder schauen die Kleinen in die Röhre. All die Spezialarrangements für Superreiche, Pauschalbesteuerung, Bermuda-Produkts, Scheinstiftungen in Liechtenstein, Scheinversicherungen etc.... Den Preis für Die ganze Kacke, wenns wie jetzt steil runter geht, bezahlt natürlich wieder der Kleine mit Steuer/mehrwertsteuer -erhöhung, unverschämten Mietzinserhöhungen, all die kleinen Preiserhöhungen im täglichen Leben etc
    So wie sie schreiben, muss ich annehmen, dass sie ein stiller Teilhaber dieses Kuchens, der vor allem auf Kosten der weniger Betuchten (die sich nicht wehren können) gebacken wird und dann unter den Aasgeiern eines jeden Staates, den Oligarchen und deren Schergen, zu finden auch in den Regierungen, aufgeteilt wird, sind.

  • Wie sagte bereits ein ehemaliger Präsident der USA: vom organisiertem Geld regiert zu werden, ist genauso schlimm wie vom organisiertem Verbrechen regiert zu werden. „Im Gegensatz zu heute, wurde die Finanzindustrie damals massiv reguliert. Die weltweite Deregulierung der letzten Jahrzehnte der Finanzindustrie, hat erst zu der heutigen Finanzkrise geführt. Es wurden Risiken ausgelagert, die sog. "Schattenbanken" weltweit, unterliegen überhaupt keiner Kontrolle. Statt in die Realwirtschaft zu investieren, wurde lieber "gezockt" Wer seine Wirtschaft auf "Luftbuchungen, Wetten" aufbaut, hat sich abhängig gemacht von Zockern der Finanzindustrie.

  • Nur jeder vierte ??? Wie verblödet ist denn dann der Rest ??? Wirft ein bezeichnendes Licht auf den deutschen "Michel" ( Wer weiß übrigens, woher diese Bezeichnung kommt ??? )

  • Was für ein Unsinn, auch wenn die Politiker uns genau das weismachen wollen, unterstützt von den Medien. Ein wenig Nachrechnen und Recherchieren, was mit den Geldern wirklich passiert, hilft. In Sachen Griechenland gibt es viele Beispiele für den breiten Sumpf in den das sickert, nix Hochfinanz: Stadien in der Pampa, die keiner nutzt, an denen aber eine befreundete Baufirma kräftig verdient, Straßen, die ins Nirgendwo führen, aber an denen wieder eine befreundete Baufirma verdient, Renten für längst Verstorbene, die von den Nachkommen verballert werden, ein weiter aufgeblähter Beamtenapparat, der Steuern eintreiben soll, es aber nicht tut, weil dazu die rudimentärsten Instrumente fehlen, die auch gar nicht gewünscht sind, Firmen und Kleinbank von Oligarchen, die davon deutsche Immobilien kaufen etc. etc. Hochfinanz ist ein verschleierndes Mumpitzwort, auf das sich prima einprügeln lässt, und wenn dann irgend ein armer Bankangestellter vorbeikommt, dann stürzt sich der Pöbel auf ihn. In Wahrheit ist es ein riesiges korruptes Netzwerk, das das Geld verkonsumiert. Reformen werden genau dadurch verhindert.

  • Die Guthaben des einen sind die Schulden des anderen. Ihre Bank schuldet Ihnen das Guthaben auf Ihrem Tagesgeld... Würde man alle Schulden streichen, müsste man auch alle Guthaben streichen. Der Staat gibt jedem 100 Neue D-Mark... Wer bezahlt dann wovon z.B. Löhne und Gehälter?

  • Man erinnere sich:
    Joe Ackermann = 25% Rendite!
    Jetzt kann man einigermaßen nachvollziehen wie sowas geht.
    Nur mit krimineller Energie!
    Die Kasten hängen zusammen wie Kletten; davon ist die
    Politkaste die dümmste, denn sie läßt sich vorführen, von
    der Hochfinanz und dem Industrie- und den Großfomren des
    internationalen Handels. Warum?
    Weil Sie kräftig mitkassiert, die Netzwerke sind intakt und
    der "Pöbel" -wie man das Volk jetzt wieder betittelt -
    muss zahlen und zwar mehrere Genarationen.
    Darum muss die Eurozone erhalten bleiben!
    Ausräuchern, verhaften, einsprerren, enteignen, die ganze
    Blase.

  • Wollen Sie sagen, dass die ganzen Vermögen, die den astronomischen Schulden gegenüberstehen in der Tasche von Politikern sind?

    mbE sind sie zu 1% bei den Politikern zu 2% bei der Bankenführungsetage und zu 97% bei der internationalen - privaten - Hochfinanz.

  • Sie sollten ersteinmal das Geldsystem verstehen.

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