Zinstauschgeschäfte
Bafin prüft Manipulationsvorwürfe

Wegen des Verdachts auf Tricks beim viel beachteten Marktindex für Swap-Geschäfte hat sich nun auch die Finanzaufsicht Bafin eingeschaltet. Bislang scheinen deutsche Banken an der Manipulation allerdings nicht beteiligt.
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FrankfurtDer Verdacht auf Tricksereien bei einem viel beachteten Marktindex für Swap-Geschäfte hat neben den US-Regulierern auch die deutsche Finanzaufsicht BaFin auf den Plan gerufen. „Wir gehen den Vorwürfen nach und führen Prüfungen durch“, sagte ein Sprecher der Behörde am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Bislang gebe es aber keine Anzeichen dafür, dass deutsche Banken an der Manipulation des so genannten Isdafix beteiligt gewesen seien.

Am Isdafix orientieren sich viele Zinstauschgeschäfte (Swaps). Genau wie der ebenfalls von einem Manipulations-Skandal erschütterte Referenz-Zinssatz Libor wird das Swap-Barometer Isdafix per Umfrage unter Banken ermittelt, auch an ihm hängt ein Markt mit einem Volumen von mehreren hundert Billionen Dollar. Von den deutschen Geldhäusern sind die Deutsche Bank, die Commerzbank und die Unicredit-Tochter HVB an der Festsetzung beteiligt. In Medienberichten hatte es zu Wochenbeginn geheißen, einen Manipulationsverdacht gebe es insbesondere gegen die Deutsche Bank, die bereits in die Libor-Affäre verwickelt ist. Das Institut wollte sich zur Sache nicht äußern.

Aus der Schweiz liefern die beiden Großbanken Credit Suisse und UBS Angaben, auf deren Basis der Referenz-Satz ermittelt wird. Ob die Schweizer Finanzmarktaufsicht wie die BaFin aktiv wurde, ist offen. „Die FINMA geht allen aufsichtsrechtlich relevanten Hinweisen nach. Über einzelne Abklärungen und Verfahren erteilt die FINMA keine Auskünfte“, erklärte ein Sprecher. Credit Suisse wollte sich nicht äußern. UBS verwies auf den jüngsten Quartalsbericht. Dort heißt es, neben anderen Banken sei auch UBS Gegenstand von Ermittlungen im Zusammenhang mit Referenzzinssätzen wie Libor und Isdafix.

Bereits Anfang April war bekanntgeworden, dass die US-Derivateaufsicht CFTC im Fall Isdafix gegen 15 Banken und den Derivate-Broker ICAP ermittelt. Eine Vorladung bekam damals auch der Swap-Verband Isda. Auch die Ermittlungen der BaFin, über die nun ebenfalls das „Handelsblatt“ und die „Süddeutsche Zeitung“ (Dienstagausgaben) berichteten, sind nicht neu. Sie gehen vielmehr mit den Ermittlungen der Behörde zum Libor und dem europäischen Ableger Euribor einher, wie der Sprecher betonte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Zinstauschgeschäfte: Bafin prüft Manipulationsvorwürfe"

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  • 5 jahre Krise
    nichts hat sich geändert....

    nur die Bevölkerungen baden es aus...
    Werden für ihre Gutmütigkeit ins Elend geschoben.

    Dann kommt in Vorrevolutionären Lagen
    irgendn n Demagoge daher und dann will es nachher wieder keiner Schuld gewesen sein....

    Aber die Protagonsten, in den Glas Palästen....
    landen wie die Katzen immer auf den Pfoten...

  • 6.8.13 Es hat sich wenig geändert an den Märkten des heißen Geldes: Wenn sich aufgrund der überschüssigen Geldmengen im globalen Kapitalkreislauf Geld fast nur noch mit Geld beschäftigt, anstatt mit der Wirtschaft, kommt es im Raubeinkapitalismus zu unerfreulichen Auswüchsen, wie die aktuellen Diskussionen um die ISDAfix-Zinsmanipulationen wieder einmal gründlich beweisen. Das Luder Mensch beginnt zu zocken, kommt auf dumme Gedanken, beginnt im schlimmsten Falle zu manipulieren. Am Ende steht manchmal der Betrug. Die Ursache der Verführung liegt in der hemmungslosen Gelddruckerei, in der Finanzierung von Staatsschulden über die Notenpresse ohne Augenmaß. Geld ist Tauschmittel, sollte im Gleichgewicht mit dem Wert der in einer Volkswirtschaft produzierten Waren und Dienstleistungen stehen, die mit dem Geld bezahlt werden. Geht dieses Gleichgewicht verloren, beginnt überschüssiges Kapital in der Welt zu vagabundieren. Kaum noch einfangbar. Und weil das Luder Mensch allzu oft der Verführung nicht standhält, die Geld auf ihn ausübt, kommt es immer wieder zur Zockerei und unerfreulichen Manipulationen. Auch zu Inflation. Der Wirtschaft und der Gesellschaft zum großen Schaden. Es liegt an den Notenbanken, den Gesetzgebern und den Aufsichtsämtern, dem einen Riegel vorzuschieben. Wolfgang Werkmeister, Buchautor, Eschborn

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