Zoff bei BHF-Bank
Bäumchen, wechsle dich!

Der Vorstandschef der Privatbank, Björn Robens, verlässt mit sofortiger Wirkung das Institut – wegen „unterschiedlicher Auffassungen“ über die Strategie. Sogleich kürte der Aufsichtsrat den Nachfolger.
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FrankfurtGut ein Jahr nach der Übernahme der Privatbank BHF-Bank durch die Beteiligungsgesellschaft RHJI kommt es zu einem überraschenden Wechsel an der Spitze des Frankfurter Instituts: Der Aufsichtsrat der Bank hat Vorstandschef Björn Robens „mit sofortiger Wirkung von seinen Funktionen entbunden“, wie das Institut mitteilte. Als Nachfolger wurde einstimmig Alexander Mettenheimer gewählt. Als Grund für den abrupten Führungswechsel nannte die Bank „unterschiedliche Auffassungen in Fragen der Entwicklung und Führung des Unternehmens“.

Der abrupte Führungswechsel sorgte bei zumindest einem der Großaktionäre, der chinesischen Fosun, für Irritationen. „Die heutige Entscheidung läuft den Interessen der Aktionäre von BHF Kleinwort Benson komplett zuwider und beschädigt den langfristigen Wert der BHF-Bank“, erklärte ein Fosun-Sprecher. Der chinesische Konzern, der rund 20 Prozent der Anteile an der BHF-Bank besitzt, werde die Entscheidung nicht akzeptieren und sich dagegen „energisch“ zur Wehr setzen.

Wie es bei der BHF-Bank weitergeht ist noch unklar: Neu-Chef Mettenheimer ist nur eine Übergangslösung. „Der Aufsichtsrat wird die Position in den kommenden sechs bis zwölf Monaten endgültig besetzen“, heißt es in der Mitteilung der Bank.

In die erweiterte Führungsmannschaft der Bank wurde indes der frühere Commerzbank-Manager Michael Bonacker aufgenommen. Er wurde zum Generalbevollmächtigten der Bank bestellt. Zum Generalbevollmächtigten küren Banken in der Regel Manager, die – nachdem die Aufsichtsbehörden grünes Licht gegeben haben – mittelfristig in den Vorstand aufrücken sollen. Bonacker war bis April vergangenen Jahres Strategiechef der Commerzbank und damit auf der Führungsebene unter dem Vorstand angesiedelt. Zuvor war er Vorstandsmitglied der deutschen Tochter der US-Investmentbank Lehman Brothers gewesen. Bonacker solle perspektivisch in den Vorstand der BHF-Bank aufrücken und dort „auf der Kundenseite der Bank Verantwortung übernehmen“, ist in Finanzkreisen zu hören.

Mit Robens verlässt eine Führungsfigur die BHF-Bank, die das Institut durch eine schwierige Phase gesteuert hat: Nach dem Beinahe-Zusammenbruch der BHF-Mutter Sal. Oppenheim und der Übernahme von Sal. Oppenheim 2010 durch die Deutsche Bank blieb das Schicksal der BHF-Bank lange offen: Die Deutsche Bank hatte nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie die BHF-Bank verkaufen schnellstmöglich wollte. Allerdings zögerte die Finanzaufsicht Bafin lange, bevor sie die Übernahme des Instituts durch ein Konsortium unter Führung von RHJI im vergangenen Jahr genehmigte. Der BHF-Bank gelang es, trotz der langjährigen Hängepartie, ihre Kunden zu halten.

Neben dem Finanzinvestor RHJI ist auch die chinesische Fosun-Gruppe und die Investmentholding des deutschen Unternehmers Stefan Quandt an dem Institut beteiligt. Geschäftlich ist die BHF-Bank im vergangenen Jahr wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt und hat vor Steuern 12,2 Millionen Euro verdient.

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  • Falls der ( so das Zitat ) " langfristige Wert " eines Finanzinstitutes von der Person des Vorstandsvorsitzenden abhängen sollte, besteht zumindest Erläuterungsbedarf hinsichtlich des Wertes der übrigen Assets.

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