Zu fokussiert auf Wertpapiere: Landesbanken präsentieren desaströse Bilanzen

Zu fokussiert auf Wertpapiere
Landesbanken präsentieren desaströse Bilanzen

Während viele Privatbanken in den letzten Wochen gute Zahlen vorgelegt haben, sieht die Lage bei den Landesbanken immer noch schlecht aus. Von den acht selbstständigen Landesbanken haben im ersten Halbjahr zwei Verluste ausgewiesen, fünf mussten kräftige Gewinneinbußen hinnehmen. Nur die BayernLB konnte ihren Gewinn geringfügig steigern.
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BERLIN. „Die meisten Landesbanken zeigen eine starke Anfälligkeit bei Krisen im Finanzmarkt“, sagt Michael Dawson-Kropf, Leiter der deutschen Bankenanalyse bei der Ratingagentur Fitch. Denn während das schlecht laufende Geschäft mit Wertpapieren und Credit Default Swaps (Kreditausfallversicherungen) einen starken Einfluss auf die Bilanz hat, ist das Kundengeschäft vergleichsweise gering.

Die Banken konnten zwar teilweise deutlich die Risikovorsorge für wacklige Kredite abbauen, allerdings erhöhte sich im Gegenzug der Bewertungsbedarf für Staatsrisiken. Durchgreifende Besserung ist im zweiten Halbjahr nicht in Sicht. Was für die Märkte gelte, gelte auch für die Ergebnisse der Landesbanken: Sie werden volatil bleiben, so Fitch.

Bei der Nettorisikovorsorge ist die Entwicklung sehr unterschiedlich. Fitch geht davon aus, dass viele Landesbanken 2010 ihre prognostizierten Wertberichtigungen unterschreiten werden und „Spielraum haben, ihre diesjährigen Ergebnisse positiv zu beeinflussen“. Dort, wo die Risikovorsorge angestiegen sei, wie etwa bei der BayernLB, handele es sich um Einzelportfolien zum Beispiel in Zentral- und Osteuropa, sagt Dawson-Kropf.

Die Halbjahresergebnisse der Landesbanken sind enttäuschend. Bei der NordLB, die gestern ihre Zahlen vorlegte, sackte das Ergebnis vor Steuern im ersten Halbjahr um 63 Prozent von 272 Mio. Euro auf 100 Mio. Euro ab. Um elf Mio Euro auf knapp vier Mio. Euro ging der Vorsteuergewinn bei der kleinsten Landesbank, der SaarLB, zurück. Auch die Landesbank Berlin verbuchte einen Gewinneinbruch. Das Vorsteuerergebnis ging von 218 Mio. Euro auf 131 Mio. Euro zurück.

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