Zu viel Wettbewerb
Pfandbriefbank kassiert Neugeschäftsziel

Im Neugeschäft mit Immobilienkrediten leidet Deutsche Pfandbriefbank unter Wettbewerbsdruck. Das Volumen dieser Geschäfte werde deutlich sinken, so Vorstandschef Andreas Arndt. Die Gewinnprognose gibt er noch nicht auf.

FrankfurtDer Deutschen Pfandbriefbank (pbb) setzt der immer stärkere Wettbewerb zu. Die Nachfolgerin der in der Finanzkrise kollabierten Hypo Real Estate verabschiedete sich deshalb am Freitag von ihrem Ziel, das Neugeschäft mit gewerblichen Immobilienkrediten und öffentlichen Investitionsfinanzierungen in diesem Jahr mit zwölf Milliarden Euro stabil zu halten. Vorstandschef Andreas Arndt rechnet nun mit einem Volumen „deutlich” unter dem Vorjahresniveau. Nach sechs Monaten kommt die pbb auf 4,7 (Vorjahr: 6,0) Milliarden Euro.

Zwar ist die Nachfrage insbesondere nach Gewerbeimmobilien weiter hoch. Doch gerade in Europa bringen institutionelle Investoren wegen der Geldflut der Notenbank und der Mini-Zinsen sehr viel Eigenkapital mit. Wer überhaupt noch Kredite braucht, der freut sich darüber, dass sich inzwischen sehr viele Banken in dem Geschäft tummeln und bei den Konditionen gegenseitig unterbieten. Die pbb argumentiert, sie verzichte angesichts der schwierigen Ausgangslage lieber auf Neugeschäft und halte ihre Margen somit stabil. Sie will es nun der Rivalin Aareal Bank gleichtun und wieder in den US-Markt einsteigen, wo es nicht ganz so eng ist. Auch die Aareal hatte in dieser Woche über den Hype in Europa geklagt.

Die Gewinnprognose für dieses Jahr - ein nur leichter Rückgang des Vorsteuerergebnisses - gibt pbb-Chef Arndt noch nicht auf. Er hofft, dass Kostensenkungen und eine niedrigere Risikovorsorge helfen, das schrumpfende Zinsergebnis ein Stück weit aufzufangen. „Bei einer zusätzlichen Verschärfung der ohnehin schwierigen Marktsituation werden sich diese Erwartungen allerdings nicht realisieren lassen”, warnte er. Im ersten Halbjahr stand ein Vorsteuerergebnis von 87 (112) Millionen Euro zu Buche.

Die Anleger reagierten verschnupft auf die Nachrichten. Die Aktie verlor am Freitagvormittag sechs Prozent auf 8,40 Euro und war damit schwächster Wert im MDax. „Die Zahlen waren einfach schlecht”, fasste ein Händler zusammen.

Equinet-Analyst Philipp Häßler schrieb in einem Kurzkommentar, die Margen in der gewerblichen Immobilienfinanzierung dürften auf absehbare Zeit unter Druck bleiben. Die Kreditqualität der pbb verbessere sich aber zusehends. Er empfiehlt weiterhin, die Aktie zu kaufen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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