Zurich Insurance Group

Reserveaufstockungen drücken Gewinne

Aufgrund vorgeschriebener Reserveaufstockungen sind die Gewinne der Zurich Insurance Group zum Jahresbeginn rückläufig. Dennoch sehen sich der Versicherer auf Kurs zu ihren Finanzzielen.
Update: 11.05.2017 - 12:08 Uhr Kommentieren
Die Zurich ist der fünftgrößte Versicherungskonzern Europas. Quelle: Reuters
Zurich Insurance Group

Die Zurich ist der fünftgrößte Versicherungskonzern Europas.

(Foto: Reuters)

ZürichDie Zurich Insurance Group ist mit einem kräftigen Gewinnrückgang ins Jahr gestartet. Im ersten Quartal stand unter dem Strich mit 607 Millionen Dollar nahezu ein Drittel weniger als ein Jahr zuvor. Teuer zu stehen kam Europas fünftgrößten Versicherer vor allem eine gesetzlich vorgeschriebene Reserveaufstockung in Teilen Großbritanniens.

Operativ dagegen machte das Unternehmen, das zuletzt eher mit Wechseln im Top-Management, Altlasten und Ertragsproblemen von sich reden machte, Fortschritte. Finanzchef George Quinn sah Zurich am Donnerstag auch auf Kurs zu den angepeilten Zielen. „Der starke Auftakt in diesem Jahr bietet eine solide Ausgangsbasis, um unsere finanziellen Ziele für die Periode 2017 bis 2019 zu erreichen.“

Wie andere Versicherer auch musste Zurich in England, Wales seine Reserven in der Schaden- und Unfallversicherung erhöhen, was mit 289 Millionen Dollar zu Buche schlug. Nötig wurde das, weil die britische Regierung im Februar einen Zinssatz – die sogenannte Ogden-Rate – senkte, der zur Berechnung von Forderungen aus Personenschäden und Unfällen herangezogen wird. Rechnet man diesen Sonderposten heraus, steigerte Zurich den Betriebsgewinn um 14 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar. Geholfen hat dem Konzern, dass die Sparmaßnahmen greifen: Die Kosten wurden um weitere rund 400 Millionen Dollar gesenkt. Bis Ende 2019 peilt Zurich Einsparungen von 1,5 Milliarden Dollar an.

Diese Versicherer sind systemrelevant
Aegon
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Insgesamt stuft der Financial Stability Board weltweit neun Versicherer als systemrelevant ein. Weil sich das FSB nicht dazu durchringen kann, auch Rückversicherer auf die Liste setzen, sucht man die Namen von Branchengiganten wie Warren Buffetts Berkshire Hathaway oder Munich Re vergeblich. Das Board führt die Liste ohne spezielle Reihenfolge, dementsprechend sind die Assekuradeure alphabetisch geordnet. Den Anfang macht die niederländische Aegon. 1983 gegründet, verwaltet der Konzern aus Den Haag 477 Milliarden Dollar an Vermögen. (Quelle: Financial Stability Forum)

Allianz
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Die Allianz mit Hauptsitz in München ist der einzige deutsche Versicherungskonzern, den das Financial Stability Board als systemrelevant einstuft. Und das aus gutem Grund: Mit einem verwalteten Vermögen von 928 Milliarden US-Dollar ist der 1890 gegründete Konzern in mehr als 70 Ländern der Welt vertreten – und ist damit der zweitgrößte Versicherer Europas.

AIG
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Die American International Group (AIG) wurde 1919 gegründet, hat ihren Sitz in New York und beschäftigt weltweit rund 66.000 Mitarbeiter. Aktien der AIG notieren an der NYSE in der Wall Street und in Tokio. Die Amerikaner managen 514 Milliarden Dollar.

Aviva
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Gleich mehrere britische Konzerne gelten laut FSB als systemrelevant: Aviva, die bis 2002 noch CGNU hießen, gehören zu den fünf größten Erstversicherern der Welt. Aviva verfügt über ein Gesamtvermögen von 574 Milliarden Dollar und beschäftigt etwa 30.000 Mitarbeiter weltweit.

Axa
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Die Axa-Gruppe mit Sitz in Paris ist mit 166.000 Mitarbeitern in 64 Ländern der Welt vertreten und knackt mit einem Gesamtvermögen von 1022 Milliarden Dollar die Billionen-Schallmauer. Axa hat mehr als 100 Millionen Kunden und gilt als größter Versicherungskonzern der Welt.

MetLife
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Der US-amerikanische Konzern Metropolitan Life Insurance Company, besser bekannt als MetLife, ist der größte Anbieter von Lebensversicherungen in den USA. Das Unternehmen wurde 1868 gegründet und beschäftigt etwa 70.000 Mitarbeiter. Laut aktuellem Quartalbericht kommen die New Yorker auf 952 Milliarden Dollar unter ihren Fittichen.

Ping An Insurance
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Der chinesische Ping An Insurance ist der einzige als systemrelevant erachtete asiatische Versicherer. Ping An wurde 1988 gegründet und ist Hong Kong und Shanghai gelistet. Zu der Holding gehören verschiedene Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor. Die Chinesen verzeichnen ein erfolgreiches Jahr mit starkem Wachstum, gemanagt werden knapp 690 Milliarden Dollar.

Die Prämieneinnahmen lagen im Zeitraum Januar bis März mit 13,4 Milliarden Dollar praktisch auf dem Vorjahresniveau. Die Kernsparte Schadenversicherung, die für zwei Drittel der Prämieneinnahmen steht, verbesserte sich unter Ausschluss des Ogden-Effekts die Rentabilität. Von teuren Großschäden blieb Zurich weitgehend verschont, der Schaden-Kosten-Satz verbesserte sich um 0,9 Prozentpunkte auf 97,2 Prozent. Bis zu einem Wert von 100 Prozent sind die Zahlungen für Schäden und die Verwaltungskosten durch die Prämieneinnahmen gedeckt.

An der Börse schlug die Quartalsbilanz keine großen Wellen: Mit einem Kursabschlag von 0,6 Prozent gaben die Zurich-Aktien etwa im Ausmaß der europäischen Versicherungswerte nach. Analysten sprachen von einem gemischten Abschluss: Operativen Fortschritten stünden leicht höher als erwartet ausgefallene Belastungen durch die Ogden-Regelung gegenüber.

Der italienische Rivale Generali verfehlte im ersten Quartal die Analystenerwartungen mit einem Gewinnrückgang von neun Prozent auf 535 Millionen Euro die Erwartungen der Analysten. Branchenprimus Allianz hatte jüngst nach einem starken Auftaktquartal seine Jahresprognose bekräftigt.

  • rtr
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