Zurich Insurance Group
Schweizer Versicherer fährt Gewinnplus ein

Nach Reserveraufstockungen zu Beginn des Jahres ist Zurich im abgelaufenen Quartal in die Gewinnzone zurückgekehrt. Der Versicherer übertrifft die Erwartungen der Analysten – und sieht sich auf Kurs zu seinen Zielen.
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ZürichDie Aktionäre der Zurich Insurance Group dürfen nach der Rückkehr zu einem Gewinnwachstum im zweiten Quartal auf mehr Geld hoffen. Die unter Konzernchef Mario Greco eingeleitete Neuaufstellung von Europas fünftgrößtem Versicherungskonzern trägt Früchte, die Sparmaßnahmen greifen und der Italiener bekräftigte am Donnerstag das im Herbst abgegebene Dividendenversprechen. „Die Kombination aus kräftiger Gewinnverbesserung und starker Kapitalposition lässt uns glauben, was wir im November gesagt haben: Dass wir mit der Zeit in der Lage sein werden, unsere Aktionäre mehr und besser zu entgelten.“ Im zweiten Quartal steigerte Zurich den Gewinn um gut ein Fünftel auf 896 Millionen Dollar.

Zurich will über die Zeit 75 Prozent des Gewinns oder mehr auszuschütten. Zuletzt hatten die Aktionäre 17 Franken je Aktie erhalten. Für das laufende Jahr wollte sich Greco noch nicht festlegen. „Aber bisher ist die Indikation für das Jahr durchaus positiv“, sagte er.

Große Übernahmen zeichnen sich bei dem Rivalen von Konzernen wie Allianz, Generali und Axa nicht ab. „Wir haben aus strategischer Sicht keinen Bedarf, zu akquirieren oder Geschäfte zu verkaufen“, sagte Greco. „Akquisition ist für uns wirklich eine taktische Entscheidung. Wir tun es, wenn es uns passend erscheint.“ Zurich hatte im April den Kauf des australischen Reisversicherers Cover-More abgeschlossen, mit rund 550 Millionen Dollar Transaktionsvolumen ein eher kleiner Deal.

Der Gewinnsprung im Zeitraum April bis Juni konnte das schwache Auftaktquartal nicht ganz ausbügeln. Nach sechs Monaten stand mit 1,5 Milliarden Dollar unter dem Strich, sieben Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Im ersten Vierteljahr hatte eine gesetzlich vorgeschriebene Reserveaufstockung in Teilen Großbritanniens das Ergebnis kräftig geschmälert. Wie andere Versicherer auch musste Zurich Anfang 2017 in England und Wales mehr Geld zur Seite legen, weil die britische Regierung einen Zinssatz - die sogenannte Ogden-Rate - senkte, der zur Berechnung von Forderungen aus Personenschäden und Unfällen herangezogen wird. Die Prämieneinnahmen des Konzerns gingen von Januar bis Juni um zwei Prozent auf 26,5 Milliarden Dollar zurück.

Die Kosten fuhr das Unternehmen dieses Jahr bislang um 550 Millionen Dollar zurück. Das entspricht gut einem Drittel der bis 2019 angepeilten Einsparungen. Katastrophen kamen Zurich im ersten Halbjahr dagegen etwas teurer zu stehen als sonst üblich. Der Tropensturm "Debbie" in Australien und Hagelunwetter in den USA schlugen mit 360 bis 400 Millionen Dollar zu Buche. Trotzdem arbeitete die Kernsparte Schaden- und Unfallversicherung, die für zwei Drittel der Prämieneinnahmen steht, rentabel. Der Schaden-Kosten-Satz betrug 99,5 Prozent. Bei Werten unter 100 Prozent sind die Zahlungen für Schäden und die Verwaltungskosten durch die Prämieneinnahmen gedeckt. Rechnet man den Ogden-Effekt heraus, war die Kennzahl mit 97,8 Prozent deutlich besser. Künftig soll der Wert noch unter dieses Niveau gedrückt werden.

An der Börse schlug die Quartalsbilanz keine großen Wellen: Mit einem Kursplus von 0,4 Prozent entwickelten sich die Zurich-Aktien etwas besser als die europäischen Versicherungswerte. Angesichts des hohen Kapitalpolsters fragen sich Analysten, was der Konzern mit dem überschüssigen Geld macht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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