Zurich Insurance Group
Versicherer Zurich verdient weniger

Die Zurich Insurance Group konnte im dritten zwar an den Finanzmärkten gut verdienen, verfehlte aber die Erwartungen der Analysten. Der Gewinn fiel um 16 Prozent. Finanzchef Quinn glaubt auch weiterhin an Fortschritte.
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ZürichDie Zurich Insurance Group hat die Anleger mit einem überraschend starken Gewinnrückgang im dritten Quartal enttäuscht. Obwohl teure Großschäden ausblieben und Europas fünftgrößter Versicherungskonzern an den Finanzmärkten gut verdiente, stand unter dem Strich mit 928 Millionen Dollar um 16 Prozent weniger Gewinn.

Zurich habe deutlich weniger nicht mehr benötigte Schadenreserven auflösen können als vor einem Jahr, erläuterte Finanzchef George Quinn am Donnerstag. „Letztes Jahr war stark positiv und dieses Jahr hatten wir weniger als ein Prozent positiven Einfluss von Reserveauflösungen.“ Der Konzern musste auch überraschend viel Steuern zahlen.

Die Anleger hatten wie auch Analysten deutlich mehr Gewinn erwartet. Die Zurich-Aktien fielen um zwei Prozent auf 287,90 Franken und gehörten damit zu den schwächsten europäischen Versicherungswerten. Analysten waren im Schnitt von 1,06 Milliarden Dollar Quartalsgewinn ausgegangen.

Dass Finanzchef Quinn das Dividendenversprechen erneuerte, konnte den in den vergangenen Wochen stark gestiegenen Kurs nicht stützen. "Wir sind zuversichtlich, dass wir am Ende des Jahres eine attraktive Dividende zahlen werden", sagte Quinn. Zurich macht nach seinen Worten gute Fortschritte bei der vor knapp einem Jahr eingeleiteten Neuausrichtung. Allerdings bleibe noch viel zu tun und das Umfeld werde schwieriger, erklärte der Finanzchef. Mit einer Eigenkapitalverzinsung von 10,7 Prozent gemessen am Betriebsgewinn verfehlte Zurich die Zielspanne von zwölf bis 14 Prozent im Zeitraum Juli bis September. In den ersten neuen Monaten betrug die Quote 11,8 Prozent.

Zurich-Chef Martin Senn hatte den Aktionären im April versprochen, den Konzern wieder stärker auf Wachstum auszurichten und zu wenig rentable Geschäfte abzustoßen. Die Kosten sollen durch verschiedene Maßnahmen bis 2015 um 250 Millionen Dollar gesenkt werden.

Die Prämieneinnahmen steigerte Zurich im dritten Vierteljahr leicht auf 12,9 Milliarden Dollar. Die größte Sparte Schadenversicherung arbeitete auch dank wenig Großschäden mit einem Schaden-Kosten-Satz von 97,7 Prozent rentabler.

Der Münchener Rivale Allianz will am Freitag über die Geschäftsentwicklung berichten. Nach Einschätzung von Analysten dürfte Europas Branchenprimus mit Zuwächsen vor allem im Schaden- und Unfallgeschäft Einbußen in der Vermögensverwaltung wettmachen, die nach den Turbulenzen bei der Konzerntochter Pimco erwartet werden.. Die italienische Generali steigerte den Gewinn in den ersten neun Monaten überraschend deutlich und stellt ihren Aktionären eine Dividendenanhebung in Aussicht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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